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Die Geschichte

Seit Mitte der Sechziger Jahre wurde die Notwendigkeit von verbunkerten Führungsstellen aus Sicht der damaligen Zeit immer dringender. Schon vorher war zum Beispiel durch die Kuba Krise deutlich geworden, dass der "Kalte Krieg" sehr schnell zu einer heißen Auseinandersetzung werden könnte. Die Anfangs langen Vorwarnzeiten von fast einer halben Stunde, die durch die Flugdauer eventuell eingesetzter Langstreckenwaffen zustande kam, war mit der Stationierung von Waffensystemen in unmittelbarer Nähe des Gegners auf weniger als 5 Minuten geschrumpft. In nicht mal 5 Minuten hätte man gegen im Anflug befindliche Raketen nichts mehr ausrichten können. Die Reaktionszeit wäre zu kurz gewesen. Man hätte nur noch zurückfeuern können. Aus der damaligen Zeit stammt auch der Ausspruch: "Wer als Erster feuert, ist als Zweiter tot." Das zeigt das Dilemma: Man konnte nur noch darauf hoffen, dass der Andere nicht feuert. Und um den Gegner nicht in Versuchung zu bringen, wurde dafür gesorgt, dass man selbst immer etwas besser bewaffnet war und in der Lage war einen Gegenschlag zu führen. Das Wettrüsten war auf seinem Höhepunkt.

Der Gegner musste von der eigenen Bereitschaft zum Krieg überzeugt werden, damit er nicht angriff. Dazu gehörte auch der Bau von verbunkerten Führungsstellen, aus denen dieser Krieg geführt worden wäre, auch wenn man sie insgeheim nie benutzen wollte.

Bereits während der Kubakrise wurde ein Stollensystem in Rüdersdorf als erste Hauptführungsstelle des NVR eingerichtet und ausgebaut. Dieses Objekt mit der Tarnbezeichnung „Labrador“ wurde im 2. Weltkrieg als unterirdischer Rüstungsbetrieb bzw. zur zeitweiligen Unterbringung von Teilen des Filmarchives genutzt. Danach wurde es von den sowjetischen Streitkräften als nachgeordnete Führungsstelle betrieben. In der Zeit der Nutzung durch den NVR erhielt dieses Objekt den Tarnnamen "Traube" und der Schutz vor Massenvernichtungsmitteln (MVM) wurde kontinuierlich ausgebaut. Doch auf lange Sicht war diese Bunkeranlage den Anforderungen eines Raketen- Kernwaffen-Krieges nicht gewachsen. Und außerdem wurde in der Gegend um Rüdersdorf Kalkstein, für die Zementherstellung, abgebaut und das Objekt "Traube" befand sich unter einem Kalksteinmassiv. Aus diesen Gründen wurde 1978 der Rückbau beschlossen und in den Jahren 1979-1980 vollzogen. Nun gab es aber ein Problem, da sich Fertigstellung des Komplexes 5000 verzögert hatte. So wurde das durch den Minister für Nationale Verteidigung genutzte Objekt 601 (16/017) bei Henickendorf zwischenzeitlich als Hauptführungsstelle für den NVR eingesetzt.

Die Bauarbeiten am Komplex 5000 begannen ab 1971 mit den ersten Vorarbeiten für den Bau der Anlage. Dazu gehörten zuerst die Auswahl eines geeigneten Geländes in der Nähe Berlins und die Projektierung durch das Projektierungsbüro Süd (PBS) in Dresden. Nachdem man sich für Prenden entschieden hatte, wurde das umliegende Kasernengelände errichtet und der Aushub der Baugrube vorbereitet. Der Ausbau des Kasernenbereiches vor den massiven Baumaßnahmen des Bunkers war die gängige Technologie. Dies gewährleistete eine bessere Geheimhaltung. Auch die Überreste eines baugleichen Objektes, des Komplexes 6000, bei dem die Gebäude des Kasernenbereiches bereits komplett stehen, der Bunker aber nicht mehr gebaut wurde, bestätigen diese Vorgehensweise.

Ab 1976 wurde dann mit dem Ausheben der Baugrube begonnen. Der Brunnen war zu diesem Zeitpunkt schon gebohrt worden. Nach Abschluss der vorbereitenden Maßnahmen, wurde ab 1978 mit dem eigentlichen Bau des Bunkers begonnen. Die Bauzeit betrug gut 5 Jahre und am 13.12.1983 wurde das Objekt 17/5001 offiziell eingeweiht. Von nun an war das Bauwerk in das Diensthabende System eingegliedert und rund um die Uhr besetzt. Ab diesem Zeitpunkt musste die ständige Einsatz- und Gefechtsbereitschaft des Objektes sichergestellt sein. Im Krisenfall wäre ein sofortiger Umzug des NVR hierher möglich gewesen. Interessant ist, dass Erich Honecker als "Hausherr" den fertig gestellten Bunker 17/5001 nur ein einziges Mal besucht hat und ihn nach einem etwa zwei stündigen Aufenthalt wieder verließ. Vermutlich war ihm nicht wohl bei dem Gedanken an die Situation, die einen Aufenthalt dort notwendig gemacht hätte.

Von gelegentlichen Übungen einmal abgesehen, war der Alltag aber glücklicherweise relativ ruhig. Durch den Fall der Mauer und seiner Enttarnung im Jahre 1990 verlor das Bauwerk nahezu schlagartig seine eigentliche Bedeutung. Kurz danach wurde es von der Bundeswehr übernommen. Da der Bunker nun aber bekannt war und für die Zwecke der Bundeswehr angeblich nicht geeignet, wurde er 1993 verschlossen. Bis April '93 wurde er teilweise zurückgebaut, einige Maschinen und Einrichtungsgegenstände verkauft (im Wesentlichen die 5 Dieselaggregate) und dann mit einer Betonplombe versiegelt und unzugänglich gemacht. Der historisch relevante Teil endete hier und der Bunker wurde im Jahr 2003 zum Denkmal erklärt - zu Recht.

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