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Das Bauwerk wurde auf einer 2,4 Meter starken Bodenplatte mit den Abmaßen 66,3 Meter mal 48,9 Meter errichtet. Die Außenwände sind 165 cm dick. Somit ergibt sich eine Innenraumfläche von 2872,8 Quadratmetern. 40 Säulen mit jeweils 3 x 2,4 Metern Seitenlängen, die das gesamte Bauwerk im Innern nach oben hin stabilisieren, schlucken 288 Quadratmeter, also fast ein Zehntel der Fläche. Verteilt über die drei Geschosse des Bauwerkes bleibt also eine Nutzfläche von rund 7500 Quadratmetern. Das entspricht dreiviertel Hektar freier Fläche.
Für das Bauwerk wurden ca. 35000 Kubikmeter Beton mit einem Gewicht von rund 85000 Tonnen benötigt. Der heutige Marktwert liegt bei etwa 2,5 Millionen Euro. Die Armierung nicht mit eingerechnet! Der stark bewehrte Betonkubus (B300 / B400) wurde außen mit 8mm starken Stahlplatten verkleidet. Diese sollten den elektromagnetischen Impuls einer Kernwaffendetonation neutralisieren. Die einzelnen Geschoßdecken sind mit 60 cm Dicke relativ "dünn" gehalten. Auch die eigentliche Decke des Bauwerks wäre mit 75 Zentimetern Stärke fast "erschreckend" schwach ausgelegt. Aber über ihr thront eine 2. Stahlbetonschicht, die Zerschellschicht. Sie ist mit teilweise mehr als 4 Metern Stärke der eigentliche Schutz gegen konventionelle Waffen. Sollte sie bei einem direkten Treffer brechen, wäre sie von einer Sandschicht im Zwischengeschoß von Zerschellschicht und Bauwerksdecke "aufgefangen" worden. Damit konventionelle Waffen nicht im Erdreich in unmittelbarer Nähe des Bauwerks hätten detonieren können, ist die Zerschellschicht bis zu 20 Meter breiter als das eigentliche Bauwerk und überkragt die Außenwände entsprechend.
Sensible Bereiche im Innern des Bauwerkes sind freihängend ausgelegt. Man ging bei der Konstruktion des Bunkers davon aus, dass er durch die Nahdetonation einer Kernwaffe im Erdreich als Ganzes um bis zu 40 Zentimeter versetzt werden könnte. Die Beschleunigung des Bauwerkes wäre enorm gewesen. Damit Menschen und Maschinen im Innern nicht durch das plötzlich Versetzen der Wände oder fest montierten Gegenstände Schaden nehmen, sind Aufenthaltsbereiche in komplett umschlossenen Tragwerken untergebracht und überlebenswichtige Maschinen auf an Federn an der Decke befestigten Plattformen montiert. Plattformen und Tragwerke können in alle Richtungen mindesten 40 cm weit ausschwenken und hätten sich so im Falle einer abrupten Bauwerksbewegung "ausschwingen" können. Die teilweise über 500 Quadratmeter Fläche bedeckenden Tragwerke mussten hierbei um die stabilisierenden Säulen herum gebaut werden. Auch hier wurde ein Mindestabstand von 40 cm eingehalten.
Um das Überleben im Innern des Bauwerkes auch bei längerem Aufenthalt und ohne Versorgung von außen zu ermöglichen, mussten alle Bereiche des täglichen Lebens berücksichtigt und funktionell abgedeckt werden. Zusätzlich waren natürlich Kommunikationseinrichtungen auf dem damals neusten technischen Stand verbaut worden.
Für die Versorgung mit Wasser gab es einen im Bauwerk gelegenen Brunnen mit einem zugehörigen Wasserwerk. Im Bereich des Wasserwerkes waren mehrere Zisternen mit einem gesamten Fassungsvermögen von rund 350.000 Litern Wasser. Der größte Teil wurde für Kühlzwecke benötigt.
Die Luftzufuhr erfolgte durch eine Ansaugöffnung, welche mit einer extrem dicken Betonhaube überbaut worden war (Bild unten rechts). Ebenso wurde die Fortluft unter solch einer Haube abgeführt. Im Innern des Bunkers ging die Luft dann verschiedene Wege. Die Luft für die Dieselaggregate wurde ohne größere Filterung den Motoren zugeführt. Für den Betrieb der Notstromanlage unmittelbar nach einem Atomschlag wäre sie nur gekühlt worden. Hierfür wurde sie durch viele lange, dünne in Beton eingegossene Rohre geführt (Massekühler). Der Maschinenraum wäre so allerdings radioaktiv verseucht worden. Was die Generatoren nicht gestört hätte, wäre für die Aufenthaltsbereiche undenkbar gewesen.
Die Atemluft für die sauberen Aufenthaltsbereiche wurde entsprechend aufwendig gefiltert und wäre unter ständiger Prüfung ins Bauwerk eingeleitet worden. Unmittelbar nach einem atomaren Schlag wäre das Bauwerk für 36 Stunden hermetisch verschlossen worden, da die noch heiße Außenluft nicht hätte ausreichend gekühlt werden können und die Filter "verbrannt" wären. Zusätzlich wurde das gesamte Bauwerk unter Überdruck gehalten, so dass an eventuell vorhandene Leckstellen durch das permanente Austreten von Luft keine chemischen oder biologischen Kampfstoffe oder radioaktiver Staub hätten eindringen können.
All diese Vorgänge und viele weitere technische Abläufe konnten in der Steuerzentrale des Bunkers, dem "Dispatcher", überwacht und gesteuert werden. Er stellt sozusagen das Herz der Anlage dar. Um ihn herum sind die elektrischen Anlagen des Bauwerks zu finden. Auf Strom konnte in einem Nachrichtenbunker wie diesem nicht verzichtet werden. Unter gar keinen Umständen durfte die elektrische Energieversorgung ausfallen. Daher war neben der normalen Netzeinspeisung und der Dieselgeneratoren der Notstromanlage auch eine unterbrechungsfreie Versorgung über Akkumulatoren vorgesehen. Da 220 Volt Wechselstrom benötigt wurde, lief rund um die Uhr ein Gleichstrom-Motor mit, welcher seinerseits einen Wechselstrom-Generator im Leerlauf antrieb. Wäre das externe Netz verloren gegangen, hätte diese Kombination aus der Akkuenergie die Versorgung mit Wechselstrom übernommen, bis in spätestens 4 Minuten die Dieselgeneratoren hätten laufen und synchronisiert sein müssen. Dann wären die Batterien verbraucht gewesen und es hätte umgeschaltet werden müssen.
In seiner Gesamtheit entspricht der Bunker 17/5001 quasi einer Kleinstadt, die vollständig autark 14 Tage hätte überleben können. Neben Wasser, Luft und Stromversorgung waren Klimaanlagen, Sanitärbereiche, ein medizinischer Bereich mit Not-OP, ein Dekontaminationsbereich und eine Großküche vorhanden. Bis zu 400 Personen hätten so für 2 Wochen überleben können. Danach allerdings hätten sie einer trostlosen, leeren Welt gegenübergestanden und sich vermutlich gefragt, wie es soweit kommen konnte. Glücklicherweise kam es anders.
Der kalte Krieg ist vorüber und anstatt uns zu fürchten, können wir eines der beeindruckendsten Bauwerke, das die Zeitgeschichte hervorgebracht hat, bewundern. Den "Honecker-Bunker".
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