Dokumentation
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Hier finden Sie aktuelle Informationen zum Stand der Dokumentation. Aus aktuellem Anlaß noch eine Bitte: Sollten ehemalige Mitarbeiter des Komplexes 5000 hier lesen, dann würden wir uns über eine Kontaktaufnahme sehr freuen. Im Rahmen der Dokumentation gibt es noch viele offene Fragen, für die Hilfe benötigt wird. Sie erreichen Jürgen Freitag über die E-Mail Adresse Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie es sehen können . Hinweise werden auf Wunsch selbstverständlich vertraulich behandelt. September 2010 : Vortrag und Rundgang zum "Objekt Traube" in RüdersdorfEine Reise in die Vergangenheit mit Zeitzeugen...
Für den 18. September 2010 (Samstag) laden wir zur "Einführungsveranstaltung" im neuen Gewand des gerade gegründeten Veins "Bunker 5001 e.V." ein. (Mehr Infos zum Verein hier.) Dieser Termin wird vorrangig in den beiden Foren http://www.hidden-places.de/
Geplanten Ablauf: Der angedachte Zeitrahmen sieht ca. 1,5 Stunden für den Vortrag und 1,5 Stunden für den Rundgang vor. Die Anfahrt zum Museumspark (ca. 30km aus Berlin) sowie die Fahrt vom Museumspark zum Tagebau (ca. 2km) erfolgt in eigener Zuständigkeit. Es ist stabiles, wetterfestes Schuhwerk mitzubringen - vor allem bei feuchtem Wetter ist das Gelände extrem schlammig und dreckig. Die Teilnahme ist auch für Nicht-Mitglieder des Vereins möglich. Wir bitten um Verständnis, dass zur Abdeckung der Unkosten für Nicht-Mitglieder eine Gebühr von 15,00 Euro berechnet werden muss. Mitglieder können kostenfrei teilnehmen, dies gilt auch für gern gesehene Neumitglieder. Details zur Mitgliedschaft finden Sie unter Bunker 5001 e.V. Für eine Teilnahme benötigen wir eine verbindliche Zusage per E-Mail oder über andere Nachrichtenwege der Foren. Da die Gruppe vor Ort nicht größer als 20 Personen sein sollte, brauchen wir hierbei eine genaue Angabe zu den teilnehmenden Personen. Wenn die Nachfrage die angedachte Teilnehmerzahl übersteigt, werden wir, wenn möglich, beide Tage nutzen. Es gilt die Reihenfolge des Eingangs der verbindlichen Zusage. Nicht angemeldete Personen vor Ort können NICHT berücksichtigt werden! Die genaue Entscheidung zum Termin und ob die benötigte Anzahl von mindestens 10 Teilnehmern erreicht wird, erfolgt zum 2. August 2010. Daher ist es WICHTIG, dass sich alle Interessierten bis dahin verbindlich bei uns melden. Bitte mit Angabe ob beide Termine wahrgenommen werden können oder nur ein Termin möglich ist. Wir hoffen auf reges Interesse und freuen uns auf einen spannenden Tag in Rüdersdorf. Mit freundlichen Grüßen,
Der Vorstand Bunker 5001 e.V.
11.06.2010 Einige Neuigkeiten
„Bücher nehmen Zeit, geben aber Wissen und Weisheit.“
Neben dieser Arbeit haben wir selbstverständlich weiter an der Dokumentation und anderen Aufgaben gearbeitet. So gab es bereits im vorigen Jahr ein Interview zur Vorbereitung eines Beitrages für ZDF History. Zur Unterstützung der Beschreibung über bestimmte Funktionen des Bunkers 5001, wurde eine kleine Animation erarbeitet, auch hierfür haben wir beratend mitgewirkt. Auch wenn die Darstellung noch nicht absolut perfekt ist, der Betrachter kann sich ein ungefähres Bild machen, was bei einer Waffenwirkung auf das Bauwerk geschieht. Leider haben wir es für Interessierte versäumt, den Sendetermin bekannt zu geben. Über diesen Link zum Beitrag Auch für die nächste Zeit stehen einige Aktivitäten an. Wir werden die Leser unserer Seite so bald wie möglich informieren. Für heute mit freundlichen Grüßen, Jürgen Freitag
26.03.2010 Eine Ostergeschichte"Vom Eise befreit sind Strom und Bäche durch des Frühlings holden belebenden Blick, …" Johann Wolfgang von Goethe Wer meint Ostern und Bunker, das passt irgendwie nicht zusammen, dem möchte ich heute eine Auferstehungsgeschichte der etwas anderen Art erzählen. Sie hat sich zwar nicht in biblischen Zeiten aber immerhin vor 27 Jahren zugetragen. Die damals Beteiligten, konnten es fast als zweiten Geburtstag betrachten. Doch bevor ich zu meiner Geschichte komme noch zwei Informationen. Erstens am 10. März haben wir den Verein Bunker 5001 e.V. gegründet. Vorerst sind wir eine kleine Gruppe, aber vielleicht entwickelt sich das Ganze in der Zukunft. Leser unserer Seite die als Sponsoren oder Fördernde Mitglieder mitwirken möchten sind gerne willkommen. Weitere Informationen folgen im Laufe der Zeit bzw. erteilen wir Ungeduldigen auch gerne telefonisch. Zweitens die nachfolgende Geschichte steht nicht allein. Sie ist Teil eines Buches mit dem voraussichtlichen Titel "Bunker 5001", das im Herbst 2010 im Motobuchverlag erscheinen soll. Wie an der nachfolgende Episode zu erkennen ist, geht es hier nicht nur um die Technik des Bunkers 5001 sondern auch um die Geschichten darum herum. Es werden viele noch unbekannte Details dieses interessanten Bauwerkes beleuchtet. Im Buch sind auch einige Fotos, erzeugt aus den Panoramen unserer Dokumentation, zu sehen - dafür bin ich Hannes Hensel besonders dankbar. Neben geschichtlichen Zusammenhängen und konkreten Beschreibungen des Bauablaufes, werden auch ausgewählte schutztechnische Funktionen an Hand von Fotos und Projektunterlagen erläutert. Der nachfolgende Abschnitt, behandelt eine Geschichte die so nebenbei passierte und soll nur einen ganz kleinen Einblick von dem 240 Seiten umfassende Buch vermitteln. START Leseprobe Eine MIG auf falschem Kurs Es war Ende März und ein Frühlingstag, der sich wettermäßig nicht so recht entscheiden konnte. Nach den letzten Regentagen gab es aber schon einige Wolkenlücken. Die Bauarbeiter des Spezialbaukombinates Schwedt und der Betriebe für die technische Ausrüstung auf dem Objekt 5002 erledigten die letzten Montagearbeiten. Sie freuten sich auf das lange Wochenende der bevorstehenden Osterfeiertage. Für einen Großteil der Arbeiter war schon ab Dienstag frei, denn dann begann die KFP (Komplexe Funktionserprobung) und die Arbeiten auf dem Objekt ruhten. Bis dahin musste aber noch das Wochenende durchgearbeitet werden, um die letzten Arbeiten abzuschließen. Und dann kam die Familie zu ihrem Recht. Nach dem frühen Arbeitsbeginn stellten sich alle langsam auf die Frühstückspause ein. Dafür mussten sie einen kleinen Anmarschweg in Kauf nehmen, denn die Kantine, in der es einen kleinen Imbiss und warme Getränke gab, befand sich im U-Zonenbereich. Zur gleichen Zeit auf dem nahegelegenen Militärflugplatz der sowjetischen Streitkräfte in Finow ging der Pilot einer MIG 23, zu seiner Maschine. Es hatte technische Probleme gegeben und das Flugzeug kam aus der Generalinstandsetzung. Voll aufgetankt und bewaffnet sollte es wieder in Dienst gehen. Bevor das geschehen konnte musste aber noch ein Probeflug absolviert werden. Die Startvorbereitungen verliefen normal und die MIG hob pünktlich ab. Zeitgleich saßen die Offiziere der technischen Führungsebene im Teilobjekt 03 des Objektes 5001 bei Major Richter zur Dienstbesprechung. Hier ging es um die Arbeitsschwerpunkte in Vorbereitung der KFP auf dem Objekt 5002 und um die Funktionserprobungen im Hauptbauwerk. Plötzlich klingelte das Telefon. Das war ungewöhnlich, denn während solcher Beratungen durfte die Sekretärin nur in besonderen Ausnahmefällen durchstellen. Mein Vorgesetzter nahm etwas ungehalten den Hörer ab und dann wurde er weiß um die Nase. Mir ist noch seine erste Frage in Erinnerung: »Wurde jemand verletzt?« Nach Beendigung des Gespräches informierte er uns kurz: »Auf dem Objekt 5002 ist ein Militärflugzeug dicht neben dem Schutzbauwerk abgestürzt, bis jetzt kein Personenschaden, Feuerwehr und Sankra (Sanitätskraftwagen, militärische Bezeichnung für einen Krankenwagen) sind auf dem Weg zur brennenden Unglücksstelle.« Zielgerichtet und knapp erteilte er seine Befehle. Hptm. Grimmer und ich erhielten den Auftrag zur Absturzstelle zu fahren und die Lage aufzuklären. Es war meine schnellste Autofahrt zu diesem Objekt. Als wir von der Fernverkehrsstraße zur Objekteinfahrt abbogen, bemerkten wir einen anfliegenden Hubschrauber. Im Objekt angekommen mussten wir feststellen, dass der schneller war und schon auf einem unserer Antennenfelder gelandet war. Die sowjetischen Militärs hatten ebenfalls sehr schnell reagiert, um sich zu informieren und die Rettungs- und Bergungsmaßnahmen sofort einleiten zu können. Wie sich später herausstellte, war der Kommandeur der Einheit sofort mit dem Hubschrauber losgeflogen, um seinen evtl. verletzten Piloten bei Bedarf sofort ins Krankenhaus bringen zu können. Es hatte einen letzten Funkverkehr gegeben, hier hatte der Pilot mitgeteilt, dass er versuchen will, die Maschine bis zuletzt unter Kontrolle zu halten. Damit wollte er sicher gehen, dass der Absturz über unbewohntem Gebiet erfolgt. Das hatte natürlich einen Absprung aus geringer Höhe zur Folge, und der war mit Risiken verbunden. Diese gute Absicht konnte er aber nicht ganz umsetzen. Kurz nach uns trafen die Feuerwehr und der Sankra ein. Dazu noch eine Bemerkung. Speziell für solche Fälle gab es diese Fahrzeuge und die nichtstrukturellen Besatzungen im Bestand unserer Abteilung. Damit sollte vermieden werden, das fremde Hilfskräfte auf unseren Objekten handeln mussten. Es gab auch die ausgebildeten Kräfte und einen Notfallplan wie bei Unfällen und Bränden zu verfahren war. Den Weg zur Absturzstelle brauchte keiner zu erklären. Die schwarze Rauchwolke war nicht zu übersehen. Dann gab es auch schon einen lauten Knall und kurze Zeit später noch einen. Wie sich später herausstellte, war es die an Bord befindliche Munition. Als erstes mussten die schaulustigen Bauarbeiter aus der Gefahrenzone gebracht werden. Sie glaubten, weil sie dem Tode einmal knapp entronnen waren, könne ihnen nichts mehr passieren. Das Geschehen kurz zu vor war kein Spaß. Die führerlose Maschine war nur in etwa 10 Meter Höhe, direkt über die Kantinenbaracke hinweg gerast. Dann schlug sie im Wald auf, unmittelbar neben der Trasse der Hochspannungssicherungsanlage. Vorsichtig legte die Besatzung der Feuerwehr einen Schaumteppich. Major Richter hatte zwischenzeitlich Oberst Ku. informiert und war dann ebenfalls zum Unfallort gekommen. Wir hatten inzwischen Kontakt zu den sowjetischen Offizieren aufgenommen, einem General und einem Oberst. Ihre größte Sorge galt dem Schicksal des Piloten. Die teilten wir selbstverständlich, hatten aber auch die Verantwortung, die Kollateralschäden möglichst gering zu halten. Also machte Major Richter ihnen verständlich, dass die Suche nach dem noch vermissten Piloten eingeleitet ist. Gleichzeitig forderte er sie höflich auf, den Hubschrauber an einem anderen Ort zu »parken«. Der Hubschrauberpilot war aber verschwunden, also setzte sich der sowjetische Oberst selbst ins Cockpit. Mein Chef wurde gebeten, einen anderen Landeort zu zuweisen. Es war sicher sein aufregendster Flug, denn die sowjetischen Freunde schlossen wegen des kleinen Hüpfers nicht extra die Kabinentür. Nachdem der Hubschrauber unser Antennenfeld verlassen hatte, kam die Meldung, dass der Pilot zwar in einer ungemütlichen Lage, aber unverletzt war. Sein Fallschirm hatte sich in der Krone einer Kiefer verfangen und dort hing er noch. Unterdessen hatte sich auch der Hubschrauberpilot wieder angefunden, bei der Suche nach seinen Kammeraden wurde er von unseren Sicherungskräften aufgegriffen. Wegen unserer vielen Zäune hatte er die Orientierung verloren und seinen Hubschrauber nicht mehr gefunden. Der Rest ist schnell zusammengefasst. Das Feuer wurde relativ kurzristig gelöscht, es ist zwar noch einiges an Munition explodiert, durch unsere Absperrungen kam aber keiner zu schaden. Die Feuerwehrleute hatten ihre Aufgabe gut erfüllt und der Brandschaden hielt sich im Rahmen. Der Sankra wurde zum Glück nicht benötigt. Einer der sowjetischen Offiziere inspizierte die Trümmer der MIG und erklärte, dass wesentlichste von der ehemaligen Bewaffnung sei vorhanden und es bestünde keine Gefahr mehr. Mit Hilfe eines Kranes des Baubetriebes wurden die Reste der MIG auf einen Tieflader verfrachtet, abgedeckt und abtransportiert. Einen kleinen Nachschlag gab es aber noch. Am nächsten Tag fanden Bauarbeiter zufällig eine der Raketen der MIG in der P-Zone. Eine gründliche Suche brachte noch zwei weitere zu Tage. Diese Waffen wurden umgehend an die sowjetische Einheit übergeben. Seit jenem Tag lag ein kleines Stück Aluminium in meinem Schreibtischfach. Es erinnerte mich noch einige Jahre daran, das Leben und Tod manchmal nur 10 Meter auseinanderliegen. (Copyright J. Freitag - Jegliche Nutzung, auch auszugsweise, untersagt) ENDE Leseprobe Für heute mit freundlichen Grüßen, Jürgen Freitag
20.02.2010 Neue Erkenntnisse und Vereinsgründung
"Es geht nicht einfach darum, auf den Zug der Geschichte zu springen, Edith Cresson Die Mails einiger treuer Leser unserer Seite erinnerten mich daran, dass wir längere Zeit keinen Beitrag eingestellt haben. Es gab auch keine spektakulären Dinge die uns dazu gedrängt hätten. Auf der anderen Seite gibt es aber eine sehr interessante Sache, die mich und uns im Moment ziemlich auf Trab hält. Dazu aber mehr in ein paar Wochen. Die Arbeiten an unserer Dokumentation verlaufen nach Plan, wir haben aber leider noch nicht den Sprung gemacht, dass im großen Umfang Neues vorgestellt werden kann. Ich kann aber auch die Neugierde und Ungeduld verstehen, weitere interessante Informationen von uns zu erhalten und wir kommunizieren auch mit einigen Lesern unserer Seite. Aber auf alle, insbesondere spezielle Wünsche, können wir leider (noch?) nicht im gewünschten Maße eingehen. Trotzdem sind wir aber natürlich an den Meinungsäußerungen interessiert - bitte nicht böse sein wenn wir nicht allen gerecht werden können. Etwas Neues können wir aber vermelden, der Verein „Bunker 5001 e.V." ist in Gründung begriffen. Wir haben uns zu diesem Schritt entschlossen, damit wir dem Anliegen unseres umfangreichen Projektes noch besser Rechnung tragen können. Schlussendlich ist aus dem alten Verbund des BBN e.V. mittlerweile eine deutlich veränderte und unabhängige Struktur entstanden, die sich auf den Bunker 5001 spezialisiert hat. Auch sind kaum mehr Mitglieder der ehemaligen BBN Gruppe an Bord. Was nicht heißt, dass es Probleme gegeben hätte; es war einfach der Lauf der Dinge. Wir denken durch den Verein Bunker 5001 ein Instrument zu schaffen, dass der Dokumentation und dem Bunker selber auf lange Sicht nutzen wird. Selbstverständlich haben wir uns nicht nur mit der Vereinsgründung beschäftigt, sondern auch weiter an der Software und der technischen Beschreibung gearbeitet. Dazu stehen weitere Recherchen in den verschiedensten Institutionen an. Das Material ist teilweise, wie es schutzbaumäßig gefordert war, gut getarnt. Was im Klartext heißt, alles ist sehr zeitaufwendig. Auch an dieser Stelle noch einmal die Bitte: Wer uns mit Informationen oder Material helfen kann, ist sehr willkommen. Doch wir möchten unsere Funde auch gerne teilen. So haben wir unter anderem die Innendienstordnung der Hauptführungsstelle gefunden. Speziell für mich ein Erinnerungsstück der besonderen Art, denn ich habe den ersten Entwurf mit erarbeitet. Neben den Festlegungen über Sicherheit und Geheimhaltung wurden auch das Dienstregime und die Nutzung geregelt. Besonders wichtig waren die Aussagen zu den Pflichten und Rechten des Bauwerkskommandanten. Pdf lesen hier (Quelle: BStU, Signatur: MfS HA PS 5325) Weiterhin gibt es ein erhellendes Dokument zum Objekt 16/017 in Hennickendorf. Teilweise wird es ja angezweifelt, dass dieses Objekt als HFÜST verwendet wurde. Im Dokument wird zwar eine andere Objektbezeichnung (16/601) gebraucht, aber die Objekte sind definitiv identisch. Hier werden auch konkrete Anforderungen für einen Umbau aufgelistet. Dabei ging es natürlich um die Aufbesserung der Ausstattungsnormen, aber einen übertriebenen Interhotelstatus kann ich, aus persönlichem Erleben, nicht bestätigen. Generell musste die technische Einsatzbereitschaft erst wieder hergestellt und die Ausstattung der Nachrichtentechnik erhöht werden. Das bezieht sich auch auf die Kommunikationsmöglichkeiten der Belegungsräume. Als weitere Perspektive für dieses Objekt wurde die Nutzung als Ausweichführungsstelle für den NVR bzw. als Führungsstelle für den Vorsitzenden des Ministerrates angedacht. Pdf lesen hier (Quelle: BStU, Signatur: MfS HA PS 1368) Auch auf der 17/5001 konnte die Hauptabteilung Personenschutz (HA/PS) ab 1986 Forderungen stellen. Dabei wurden dann auch solche Dinge beraten, die durch die Leitung dieses Bereiches in den Jahren zuvor, eigenverantwortlich hätten geklärt werden können. Pdf lesen hier (Quelle: BStU, Signatur: MfS HA PS 1368) Gefunden haben wir auch noch eine der journalistischen Kostbarkeiten der 1980er Jahre. Dichtung und Wahrheit liegen hier eng beieinander. Wobei die Ortsangaben, die furchterregende HSA und die Anzahl der Geschosse des Bunkers auf der Wahrheitsseite liegen, alles andere ist „Hirnschmalz". Nachdem einige Berichte über Bunkeranlagen West durch den Blätterwald gerauscht sind, musste natürlich auch etwas Abschreckendes über den Osten her. Da passte es natürlich gut, wenn man etwas über die Cocktails schlürfenden Genossen schreibt, die irgendwie zwei atomverseuchte Jahre in siebzig Meter Tiefe überwintern wollten. Man könnte es als Witz abschreiben, wenn die Jahre nicht so ernst gewesen wären. Die Spionageabwehr der DDR beschäftigte sich mit dem Vorfall und relativ sicher waren geheimdienstliche Erkenntnisse des Westens eine der journalistischen Quellen. Pdf lesen hier (Quelle: BStU, Signatur: BSTU MfS HA 1 15076) Wie man aus den verschiedenen Sachbereichen erkennen kann, gibt es immer wieder Interessantes zu entdecken. Es ist aber ein großes Puzzle, das vermutlich nie vollständig sein kann. Aber „es wird"... Für heute mit freundlichen Grüßen, Jürgen Freitag
16.12.2009 Die weiteren Arbeitsschritte und Dank für die Unterstützung"Denn es ist zuletzt doch nur der Geist, der jede Technik lebendig macht." Johann Wolfgang von Goethe Nach den vielen Erkenntnissen und Eindrücken der USA Reise, wieder einmal einige Informationen zur Dokumentation. Wir beschäftigen uns immer noch mit der Beschreibung des Bunkers 5001, der 4. Ebene (aus unserer grafischen Übersicht). Diese Bearbeitung erfordert die Verknüpfung vieler technischer Details. In den Projektunterlagen die wir bisher gefunden haben, sind aber viele dieser Einzelprobleme nicht enthalten. Also haben wir im Internet recherchiert, ob die alten Firmen noch existieren, bzw. welche Nachfolger es gibt. Unser Interesse richtete sich dabei auf folgende Schwerpunkte:
- Dokumentation der Druckluftbehälter Wir sind auch teilweise fündig geworden. Für die Dieselgeneratoren erhielten wir Unterstützung durch die WTZ Roßlau GmbH und für die UWM Pumpen durch die Odesse Pumpen und Motorenfabrik GmbH. Bei anderen Unternehmen wie Rössel Messtechnik GmbH, MAW GmbH Magdeburger Armaturenwerke sowie Engineering und Apparatesysteme GmbH befinden wir uns noch im Informationsaustausch. Alle diese Unternehmen waren sofort bereit, uns zu unterstützen, dafür unseren herzlichen Dank. Selbstverständlich gehen unsere Recherchen zur Findung weiterer Details zur technischen Anlage und zum Komplex 5000 weiter. Eine weitere unserer Unternehmungen die sehr viel Zeit in Anspruch nimmt, ist das Scannen von Unterlagen. Wir sind bemüht, alle Unterlagen die wir finden zu digitalisieren. Unser Ziel dabei ist, sie später in die Dokumentation einzubauen und allen Interessierten zugänglich zu machen. Deshalb unsere Bitte: Sollten Leser dieser Seite Unterlagen zum Objekt 5001 oder relevanter Technik besitzen, würde es uns sehr helfen, wenn Sie unsere Arbeit unterstützen und uns diese Dokumente zugänglich machen könnten. Leider sind wir in einer anderen Richtung immer noch nicht weiter gekommen. Das betrifft die speziellen Richtlinien und technischen Dokumentationen des Institutes für Spezialbauwesen der NVA. Hier haben wir zwar bei der Informationsstelle der Akademie der Bundeswehr einen Katalog gefunden, was es einmal gegeben hat. Doch es befinden sich nur einige, wenige dieser Dokumente im dortigen Bestand. Unsere Suche in anderen Beständen brachte bisher leider auch keinen Erfolg. Auch hier unsere Bitte, wenn ein Leser unserer Seite Kenntnis über den Verbleib dieser Materialien hat, würden wir uns über eine Information sehr freuen. Die Erarbeitung der Präsentation auf dieser Seite ist in vollem Gang, braucht aber auch noch etwas Zeit. Deshalb bitten wir noch um etwas Geduld, bevor umfangreichere Ergebnisse unserer Arbeit begutachtet werden können. Für heute mit freundlichen Grüßen, Jürgen Freitag
05.11.09 Bunkertour Made in USA, Teil 4 - Greenbrier
"Ich bin nicht sicher, mit welchen Waffen der dritte Weltkrieg ausgetragen wird, Albert Einstein Nach einem Flug, der etwas länger dauerte als geplant, einem katastrophalen Gewitter über Washington und einem total blockierten Highway, fanden wir gegen Mitternacht eine Notunterkunft. Es war eines dieser Motels, in denen in diversen Thrillern der Highwaymörder zuschlägt. Wir haben es überlebt, auch wenn ich immer wieder aus dem Schlaf hochfuhr, weil es sich so anhörte, als streiften die vorbeifahrenden Trucks mein Bett. Nicht so richtig ausgeschlafen, fuhren wir am nächsten Morgen die restlichen 150 Meilen bis Greenbrier. Der kleine, in West Virginia gelegene Ort, wurde durch seine schwefeldioxidhaltige Quelle bekannt. Schon 1858 wurde ein respektables Hotel errichtet, das nachfolgend einen fünf Sterne Status erreichte.
Diese Hotelanlage wollten wir besuchen, doch nicht die Luxusappartements interessierten uns, sondern der Keller. Diese Untergeschosse haben nämlich einige Besonderheiten. Sie sind in der Atomhysterie der 1950er Jahre entstanden. Es war Präsident Eisenhower der festlegte, dass ein Bunker für die 535 Kongressabgeordneten zu bauen ist. Heute kaum noch vorstellbar, werden die Baukosten mit 14,8 Millionen Dollar angegeben. Diese Gelder hat man als Ausgaben für die Instandhaltung der Eisenbahn getarnt. Der als „Projekt griechische Insel" bezeichnete Bunker wurde von 1958-1962 von der Chesapeake and Ohio Railway Copany errichtet. Als Legende für den Bau wurde die Hotelerweiterung genutzt und so sind der West Virginia Flügel eigentlich nur die Tarnaufbauten. Die unterirdische Anlage besteht aus zwei Etagen mit 70 Zentimeter dicken Stahlbetonwänden, einer 2,50 Meter dicken Decke und mehreren schweren Stahltüren, von denen die größte 28 Tonnen wiegt.
Im Bunker war alles, für die Arbeit der Kongressabgeordneten Notwendige, vorhanden. Ein Sitzungssaal, zwei weitere große Säle die man mit Hilfe von stoffbespannten Trennwänden in Büros hätte aufteilen können. Neben den Arbeits- und Ruheräume für gehobenere Ansprüche, waren Unterbringungsmöglichkeiten für über 1000 Menschen mit einer Bevorratung für 60 Tage vorhanden.
Alles im Flair der 1960er Jahre. Auch wenn es im Objekt Traube in Rüdersdorf nicht so einen schicken Sitzungssaal gegeben hat und Greenbrier defakto ein Grabenschutzbauwerk ist, gibt es in bestimmten baulichen Ausführungen einige Übereinstimmungen. Die Wasserbehälter, die Rohrleitungs-und Kabelverlegung, Stahlblechlüftungsleitungen und auch die Schnellschlussventile weisen große Ähnlichkeiten auf. Neben den technischen Einrichtungen für die Lebenserhaltungssysteme gab es auch ein Krematorium. Sogar die Vertreter der Kirchen waren vor Ort, um im Ernstfall Trost zu spenden. Noch heute wird bei der Führung die Legende gepflegt, dieses Objekt wäre bis 1992 absolut geheim gewesen und erst durch einen Journalisten der „Washington Post" enttarnt worden. Eine Geschichte für Gutgläubige. Es mag schon sein, dass nicht alle amerikanische Kongressabgeordnete davon wussten, dafür aber die Sowjetunion. Im Prinzip waren fast alle amerikanischen Atombunker aufgeklärt und Greenbrier stand in der Zielliste bestimmt im vorderen Drittel. So war es möglich, dass die US Regierung diese Altlast loswerden wollte und da ist solch ein Artikel recht hilfreich. Denn spätesten ab den 1970er Jahren war die schutzbautechnische Konzeption dieses Bunkers eher fraglich. Abgesehen von den relativ schwach ausgelegten Außenwänden und der Decke, ist nach dem was ich beurteilen konnte, auch die Statik und Steifigkeit der Gesamtkonstruktion kaum größeren Waffenwirkungen gewachsen (die im Saalbild erkennbaren Säulen sind modernisiert und bestehen ca. zur Hälfte aus Trockenbau, denn im Inneren befindet sich Kommunikationstechnik und Verkabelung). Da der Bunker in einen Berg hinein gebaut ist, liegt ein Teil einer Außenwand praktisch oberirdisch, kein guter Ausgangspunkt für eine auflaufende Druckwelle. Zum Glück wurde er nie auf seine Standfestigkeit geprüft und ich bin froh, für die Insassen sowie den Rest der Welt.
Eine absolute Spitzentechnologie gibt es aber doch noch zu sehen und das ist der Übergang zur im Erdgeschoss gelegenen Hoteletage. Hier befindet sich auch eine große Stahltür, von etwa 2,50 x 3,00 Metern und 8 Tonnen schwer. Diese ist aber so geschickt angeordnet, dass man sie, im geschlossenen wie auch im geöffneten Zustand, mit einer Wandverkleidung abdecken konnte. So waren die dahinter gelegen großen Säle für verschiedene Veranstaltungen nutzbar und logistische Einrichtungen konnten getestet werden. Keiner der uneingeweihten Anwesenden ahnte, dass er sich in einem Bunker befand.
Bei der Besichtigung ist jetzt noch ca. ein Drittel zu sehen und alles ist gut erhalten. Der Rest wird von einigen amerikanischen Spitzenfirmen zur Datensicherung genutzt. Hier sind die Amerikaner halt cleverer und nutzen ihre Ressourcen. Ein netter Ausflug für die Familie, „harte Bunkerkerls" sind vielleicht etwas enttäuscht. Mit dem Bunker in Greenbrier hatten wir unsere letzte Station abgearbeitet. Wir sind über 2000 Meilen quer durch die USA gefahren und haben viel von diesem weiten Land gesehen. Es war eine unvergessliche Erfahrung und ich bin Amerika etwas näher gekommen. Einige Fragen wurden beantwortet und neue sind dazu gekommen. Doch eines ist mir auf jeden Fall klar geworden, auch wenn diese Frage von einigen anders beantwortet wird. Einen wirklichen Sieger im Kalten Krieg hat es nicht gegeben. Dafür haben Ost und West zu viel verloren und zu viele Menschen ihr Leben gelassen. Mit den dafür verschleuderten Mitteln hätte man die ganze Erde, in „blühende Landschaften" verwandeln können. Für heute mit freundlichen Grüßen, Jürgen Freitag
28.10.09 Beispiel für DokumentendarstellungIch habe heute unter der Rubrik DOKUMENTE ein Beispiel eingestellt, welches die Präsentation von großen Plänen demonstriert. Hierzu wurde ein gescannter Grundriss (im Original 33MB bei 24bit Farbe) in Graustufen umgewandelt und die daraus resultierende, 14MB große Datei mit Hilfe von "Zoomify" in mehr als 1300 Einzelteile zerlegt. Der Plan kann durch diese Kachelung nahezu in Echtzeit betrachtet werden. Das Beispiel finden Sie hier. Mit freundlichen Grüßen, Hannes Hensel
11.10.09 Bunkertour Made in USA, Teil 3 - Kein Norad aber Minuteman I
"Ich bin nicht sicher, mit welchen Waffen der dritte Weltkrieg ausgetragen wird, Albert Einstein Unsere Fahrt nach Colorado Springs war toll, die Interstate schlängelt sich durch die Ausläufer der Roky Mountains in Richtung Denver. Dann ging es weiter in Richtung Cheyenne Mountain. Vor uns lag Colorado Springs und auf der rechten Seite sahen wir, in der Ferne, schon den charakteristischen Berg, mit der riesigen Antennenanlage. In seinem Inneren befindet sich die Bunkeranlage des North American Aerospace Defense Command (NORAD) (Nordamerikanisches Luft- und Weltraum- Verteidigungskommando). Das ist die gemeinsame Einrichtung der Vereinigten Staaten von Amerika und Kanada, die den Weltraum überwachen und vor Angriffen mit Interkontinentalraketen (ICBM) warnen soll.
Alles Nötige ist in einem Container auf engsten Raum untergebracht, Technik-, Versorgungs-, Ruhe- und Sanitärbereich. Auch der relativ einfache Filter für das Überlebenssystem ist hier installiert. Der Erschütterungsschutz durch vier Gasstoßdämpfer realisiert, bei diesem System wird Sauerstoff verwendet. Anfänglich hatte ich vermutet, dass die vorhandenen Druckflaschen für die Überdruckhaltung verwendet werden. Sie dienen aber ausschließlich für die Druckstabilisierung der Dämpfer. Mein persönlicher Eindruck: Auf den ersten Blick recht passabel, auf den Zweiten sieht man die Wegwerfvariante. Die Nationalpark-Rangerin hat sich große Mühe gegeben, doch bei einigen speziellen Details musste sie leider passen. Auch wenn wir die letzten Einzelheiten nicht in Erfahrung bringen konnten, gab es sehr interessante Einblicke und dafür nochmals vielen Dank. Die Palette unserer Reiseziele neigte sich langsam dem Ende zu, nur der Bunker in Greenbrier steht noch auf dem Programm. Dazu, wegen des schon lang gewordenen Beitrags, später mehr. Für heute mit freundlichen Grüßen, Jürgen Freitag
29.09.09 - Neuigkeiten von der Dokumentation
"Alles Gescheite ist schon einmal gedacht worden,
Johann Wolfgang von Goethe
Damit nicht der Eindruck entsteht, wir treiben uns nur in der Weltgeschichte umher, wieder einmal etwas zur Dokumentation. Seit der Einstellung der grafischen Übersicht für unsere Dokumentation ist ja doch einige Zeit vergangen. Wir haben zwischenzeitlich umfangreiche Recherchen angestellt und weiteres Material gefunden. Was aber das Wichtigste ist: auch neue Mitstreiter für die Erarbeitung unserer Technischen Beschreibung sind mittlerweile dazu gekommen.
Mit der gegenwärtigen Darstellungsform ist es immer recht schwierig und zeitaufwendig, das Erarbeitete zu zeigen. Trotz des Aufwandes haben wir uns entschlossen, einen kleinen Ausschnitt unserer Arbeit zu veröffentlichen. Am Beispiel des Zwischengeschosses möchten wir bildliche und schriftliche Darstellung zeigen. Aber wie geschrieben: es ist nur ein Anfang, später wird noch viel mehr möglich sein (z.B. wird man über die jetzt schon fettgedruckten Schlagwörter zu anderen Bereichen bzw. speziellen Beschreibungen wechseln können). Als zweites Beispiel haben wir die Beschreibung des Schutzkernbereiches ausgesucht, hier wird einiges von den Komponenten des Bauwerkes und den Maßnahmen des komplexen Schutzes deutlich.
Im Zwischengeschoss hätte es unter Umständen sehr heiß werden können. Bei einem Nahtreffer wäre der Lastfall 2 eingetreten und dort hätten "die tausend Sonnen geschienen". In der Genugtuung darüber, dass dieser Fall nie eingetreten ist und inspiriert durch den schönen Sand, wurde dort zum Ende der zeitweiligen Öffnung 2008 (nach einer ganzen Woche fotografischer Arbeiten dort oben) eine "Zwischengeschoss - Beachparty" gefeiert. Dabei ist auch eines der "Easter Egg" Panoramen entstanden, die hin und wieder in der Dokumentation zu sehen sein werden. Ein kleiner Scherz mit tiefem Hintergrund.
Wir sind weiter fleißig bei der Arbeit und hoffen bald mehr vorstellen zu können. Nach diesem kurzen Zwischenbericht zur Dokumentation folgt im nächsten Beitrag die Schlussepisode unserer USA Tour. Für heute mit freundlichen Grüßen, Jürgen Freitag 23.09.09 Bunkertour Made in USA, Teil 2 - 6000 Flugzeuge in der Wüste und Titan I
"Ich bin nicht sicher, mit welchen Waffen der dritte Weltkrieg ausgetragen wird, Albert Einstein
Nachdem wir 30 Milliarden Dollar verrottendes Volksvermögen besichtigt hatten, fuhren wir die Interstate in Richtung Denver. Nach einigen Tagen und Zwischenstopps (z.B. Grand Canyon und Arches Nationalpark) kamen wir in der Nähe von Limon, Colorado zu einem verlassenen Titan I Komplex. Die Anfahrt hatte ich mir schwieriger vorgestellt, denn dieses Silo ist nicht allgemein bekannt und ausgeschildert. Doch wir waren gut vorbereitet (auch Dank der Hilfe eines guten Freundes) und hatten uns die Daten fürs Navigationsgerät via Satellitenbild gesucht.
Beim ersten Anblick sind nur die Betonblöcke der Silodeckel zu erkennen. Nach kurzer Zeit aber hatten wir einen Einstiegsschacht gefunden und Hannes war wie immer nicht zu bremsen. Doch in der Ruhe liegt die Kraft, denn der erste Angriff führte nicht zum Erfolg. Bei der nachfolgenden Aufklärungsrunde fanden wir einen passenden Einstieg. Dieser Komplex hatte allerdings deutlich größere Dimensionen als das Titan II Silo, nicht zuletzt, weil von hier aus drei Raketen gestartet werden konnten. Leider habe ich die Internetseite, die für unsere Orientierung sehr hilfreich gewesen wäre, erst nach unserem Besuch gefunden. Also hatten wir im verzweigten Tunnelsystem immer mehrere Varianten zur Auswahl. Das Terrain war auch nicht gerade einfach, leider viel Wasser und Schlamm. Als erste kamen wir zum Power House, ein frei tragender Kuppelbau mit gut 40 Meter Durchmesser und 16 Meter Höhe. Für ein Schutzbauwerk schon beachtliche Abmessungen. Vor allem unter dem Gesichtspunkt, dass keine tragenden Pfeiler vorhanden sind. Metallstützen sind nur für die Tragkonstruktion der zweiten Ebene montiert. Hier war "kompakt" die wesentliche Technik für Energie-, Wasser- und Klimaversorgung angeordnet. Unter anderem gab es zwei Tiefbrunnen und vier Dieselgeneratoranlagen mit je 1000 KVA. Leider war nur noch ein Gewirr von Rohren und Stahlkonstruktionen vorhanden und wir mussten höllisch aufpassen, dass wir nicht zu Schaden kamen.
Wieder ans Tageslicht gekommen bemerkten wir, dass einige Stunden vergangen waren und die Sonne langsam unterging. Wir schauten uns die Silodeckel noch einmal genauer an und während Hannes noch einige Fotos machte, ruhte ich mich etwas aus. Ich hatte mich an den Rand des Betonklotzes gesetzt und schaute auf die friedliche Landschaft von Colorado. Dabei gingen mir viele Gedanken durch den Kopf und ich versuchte das Gesehene zu verarbeiten. Unsere Tour hatte mich stark beeindruckt. Trotz der Größe der Anlage, auch wenn von der eigentlichen Technik nicht mehr sehr viel zu sehen war, konnte ich mir Vorstellungen machen, was hier einmal vorhanden war. Die Kosten zur Errichtung und Betreibung dieses Komplexes müssen gigantisch gewesen sein.
Aber mich beschäftigten auch noch meine Erinnerungen. Vor vielen Jahren, einige tausend Meilen entfernt, saß ich schon einmal auf einem Betonklotz in der Sonne. Das war in den 80er Jahren und ich saß auf der Zerschellschicht des noch im Bau befindlichen Objektes 5001. Auch hier drehten sich meine Gedanken um Raketenwaffen und ihre möglichen Auswirkungen. Es ist wohl eine Ironie der Geschichte, dass ich Ursache und Wirkung in einem solchen desolaten Zustand erleben durfte. Es hat keiner zerstörerischen Waffen bedurft, um diese Festungen des Kalten Krieges zu vernichten. Die Geschichte ist über sie hinweggegangen und hat sie abgeschrieben. Doch leider war es nicht nur die Einsicht, auf Krieg und Waffen zu verzichten, die dazu führte diese Objekte zu verschrotten. Es war vorerst die technische Innovation, die effizientere Systeme hervorbrachte. Ironie oder Ignoranz, der Tanz auf dem Vulkan ging weiter. Für heute mit freundlichen Grüßen, Jürgen Freitag Im nächsten Beitrag (kein) Norad, Minuteman und Greenbrier. 01.09.09 Bunkertour Made in USA, Teil 1 - Titan II
"Ich bin nicht sicher, mit welchen Waffen der dritte Weltkrieg ausgetragen wird, Albert Einstein
Natürlich lohnt es sich nicht wegen eines Objektes in die USA zu fliegen, also haben wir uns nach weiteren umgesehen. Im Ergebnis hatten wir sechs Ziele, für vier (Titan II Silo, Titan I Silo, Minuteman Silo und ehemaliger Bunker für den Congress) hatten wir eine feste Zusage als wir losflogen, das fünfte (NORAD) war noch offen und für das sechste (Atomtestzentrum in Nevada) hätten wir uns ein Jahr vorher anmelden müssen.
Am nächsten Morgen ging es noch 25 Meilen auf dem Highway in Richtung Mexiko, vorbei an bis zu drei Meter hohen Kakteen. Dann ein unscheinbarer Wegweiser und wir fuhren auf das Gelände der Titan Base in Green Valley. Ich war einigermaßen überrascht, denn das Gelände der Basis war für mein Verständnis relativ klein und komplett einsehbar. An der Tür des Eingangsbauwerkes die Warnung vor Klapperschlangen. Sie sind die natürlichen Schädlingsbekämpfer für die, über den jetzt ständig geöffneten Belüftungsschacht, eingedrungenen Wüstenmäuse. So holt sich die Natur ihr Terrain zurück, in Deutschland sind es die Fledermäuse, die sich in den alten Bunkeranlagen heimisch fühlen. Der Kontakt mit Chuck war sofort hergestellt und die Tour begann.
Es war schon ein merkwürdiges Gefühl in diesem Sessel, vor dem Pult zu sitzen, und an Hand der Lämpchen zu verfolgen, wie die einzelnen Systeme aktiviert werden. Zum Glück fehlte die Vibration der startenden Rakete. Nachdem wir uns das Launch Control Center angeschaut hatten, gelangten wir über die Verbindungstunnel zum Silo. Die Verbindungstunnel sind nur relativ schwach geschützt aber mit Metallauskleidung (EMP Schutz). Die Fußbodenkonstruktion, die auch die Traversen für die Kabelbefestigung trägt, sind schwingungsgedämpft aufgehängt und die Kabel mit Schlaufen verlegt. Nach Passieren einer weiteren Drucktür befinden wir uns im Level 2 des Silos (Level 1 befindet sich direkt unter der Erdoberfläche). Das Silo besteht senkrecht aus zwei Kammern, der äußere Ring beherbergt die Versorgungstechnik, im inneren Schacht steht die Rakete. Dieser Schacht ist mit schwingungsdämpfendem Material ausgekleidet. Zum weiteren Schwingungsabbau befindet sich im Level 8 (unter der Rakete) eine mit Düsen versehene Ringleitung, aus der zum Startzeitpunkt ein Wassernebel entfaltet wird.
Nach dem wir bis in den letzten Winkel von Level 9 gekrochen waren, gab es einen Fahrstuhl der uns wieder nach oben brachte. Hier hatten wir im Anschluss noch eine Verabredung mit der ehemaligen Commanderin Yvonne Mois. Sie leitet heute das Museum und hatte sich an diesem Tag, trotz reichlicher Aufgaben, für uns viel Zeit genommen. Nun saßen sich zwei Veteranen des kalten Krieges gegenüber und wir stellten einige Gemeinsamkeiten fest. Wenn ein möglicher Krieg und totbringende Waffen zur alltäglichen Beschäftigung gehören, dann wird ein Mensch doch erheblich davon geprägt. Wir haben jeder unseren Job gemacht - die Geschichte des kalten Krieges hatte uns diesen Platz zugewiesen. Und wieder einmal wurde klar, wie wichtig es ist, dass diese Erinnerungen und Schicksale nicht verloren gehen, damit spätere Generationen daraus lernen können. Ich finde es beeindruckend, dass wir zusammensaßen und uns über die einstmals größten Geheimnisse austauschen konnten. Dieser erste Tag unserer Tour hat uns viele neue Eindrücke vermittelt und an den nächsten Tagen werden weitere folgen. Der nächste Abschnitt aus unserer USA Reihe: "6000 Flugzeuge in der Wüste und Titan I". Für heute mit freundlichen Grüßen, Jürgen Freitag
10.08.09 Ausflug ins Gestern - Teil 2"Wer in der Zukunft lesen will, muss in der Vergangenheit blättern." (Und manchmal dauert dies auch ein Weile...) Die Tour im Juni war zweigeteilt, einmal Bunkertour West, zum anderen Archivstudien in Freiburg. Ich gebe zu, der erste Teil war etwas angenehmer, doch langweilig war der zweite Teil keineswegs. Die Mitarbeiter des Bundesarchives hatten an Hand unserer Schwerpunkte einiges herausgesucht und in der Handkartei haben wir dann auch noch einige interessante Unterlagen gefunden. Insgesamt sehr hilfreich für Hintergrundinformationen zu unserer Dokumentation. Ein GKDOS Arbeitsbuch war besonders interessant. Es enthielt eine Handskizze der ersten Vorstellungen zum Objekt 5021 und Aufzeichnungen über die ersten Arbeitsberatungen zur Grundsatzentscheidung zum Komplex 5000. Für mich waren diese Dokumente besonders aufschlussreich, bekam ich doch im Nachhinein einiges zu Gesicht, was sich vor meiner Zeit auf dem Objekt 5001 oder in anderen Entscheidungsebenen abgespielt hatte. In einigen dieser Akten kann man zeitgeschichtliche Entwicklungen erkennen und in meiner Erinnerung nahm Planung und Bau des Komplexes 5000 noch einmal Gestalt an. Ich konnte mich in das Protokoll zur Konsultation mit sowjetischen Schutzbauspezialisten einlesen oder die Schlussfolgerungen aus dem Bau des Objektes 17/006 erkennen. Interessant auch das Schreiben an Ministerpräsident Kossygin, mit der Bitte um Unterstützung und Bereitstellung von sowjetischer Schutztechnik, im Rahmen der speziellen Importe. Die Sitzungsprotokolle des Nationalen Verteidigungsrates hatte ich mir schon im Vorfeld im Internet angeschaut. Doch es ist schon etwas anderes, solch ein zeitgeschichtliches Dokument in den Händen zu halten. Auch die Grafiken in einem Stück und in Farbe vermitteln einen besseren Eindruck. Nach der Einholung der erforderlichen Genehmigungen, werden wir diese und weitere Dokumente hier veröffentlichen. Die Aufträge zur Digitalisierung des Materials werde zur Zeit von entsprechenden Fachfirmen bearbeitet.
Eine neue Erkenntnis haben wir auch im Bezug auf die Belegung der Räume des Vorsitzenden des NVR gewonnen. Wir sind immer davon ausgegangen, dass Erich Honecker seinen Schlafraum allein bewohnt. Doch beim Studium der handschriftlichen Notizen zum Belegungsplan fanden wir beim Ruheraum A 109 eine Auslastung mit zwei Personen. Das ist natürlich nicht bindend, lässt allerdings schon den Schluss zu, dass auch Honeckers Frau Margot auf dem Objekt 5001 ein Quartier gefunden hätte. Die absolute Gewissheit wird wohl für immer im Nebel der Vergangenheit verborgen bleiben, doch es ist gut, den tatsächlichen Gegebenheiten ein Stück näher gekommen zu sein. Insgesamt hat sich die lange Fahrt nach Freiburg gelohnt und wir haben weitere wichtige Mosaiksteine für die Dokumentation zusammen getragen.
Auf diesem Wege ein Dankeschön nach Freiburg und nach Dresden, für die freundliche Unterstützung. 01.07.09 Ausflug ins Gestern - Teil 1
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