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11.10.09 Bunkertour Made in USA, Teil 3 - Kein Norad aber Minuteman I
"Ich bin nicht sicher, mit welchen Waffen der dritte Weltkrieg ausgetragen wird,
aber im vierten Weltkrieg werden sie mit Stöcken und Steinen kämpfen."
Albert Einstein
Unsere Fahrt nach Colorado Springs war toll, die Interstate schlängelt sich durch die Ausläufer der Roky Mountains in Richtung Denver. Dann ging es weiter in Richtung Cheyenne Mountain. Vor uns lag Colorado Springs und auf der rechten Seite sahen wir, in der Ferne, schon den charakteristischen Berg, mit der riesigen Antennenanlage. In seinem Inneren befindet sich die Bunkeranlage des North American Aerospace Defense Command (NORAD) (Nordamerikanisches Luft- und Weltraum- Verteidigungskommando). Das ist die gemeinsame Einrichtung der Vereinigten Staaten von Amerika und Kanada, die den Weltraum überwachen und vor Angriffen mit Interkontinentalraketen (ICBM) warnen soll.
Dort wollten wir gerne hinein und Hannes hatte deshalb einige Telefonate geführt. Er hatte auch eine halb und halb Zusage bekommen. Noch waren wir optimistisch, doch leider sollte sich unser Wunsch nicht erfüllen. Die letzte Aussage bei unserem Telefongespräch vor Ort war, man befände sich in einer erhöhten Alarmbereitschaft und könne das Lagezentrum nicht in einen neutralen Zustand bringen, somit wäre eine Führung nicht möglich. Wir machten einige Fotos aus der Ferne und trösteten uns mit einem nächsten Mal.
Also ging es zurück auf die Interstate in Richtung Norden. Jetzt lagen einige Meilen vor uns, denn unser nächstes Ziel war die im mittleren Westen gelegene Kleinstadt Wall. Nachdem wir das Gebirge hinter uns gelassen hatten, fuhren wir lang durch flaches Farmland. Dann erreichten wir die im Südwesten von South Dakota gelegenen Badlands ("Schlechtes Land"). Eine wirklich dünn besiedelte Gegend, auch ein Grund, warum unser nächstes Ziel hier stationiert wurde. In der Nähe von Wall, unmittelbar neben dem Badlands Nationalpark, war ein Teil der 66. Missile Squadron disloziert. Zu einer Squatron gehören drei Startkontrollcenter mit jeweils 10 Raketensilos vom Typ Minuteman. Zur Hochzeit des kalten Krieges gab es 1000 solcher Silos über die USA verstreut. Mit in Kraft treten der Abrüstungsverträge wurden 500 Minuteman I und II außer Betrieb gestellt. Trotzdem waren im Frühjahr 2008, noch 488 Minuteman III Raketen mit 764 Sprengköpfen (300-335 kt), aktiv. Eine der außer Dienst gestellten Minuteman I Anlagen, wurde als Museum erhalten und wird vom Nationalpark Sevice betreut. Hier kann man das gesamte Startcontrollcenter und eines der Silos oberirdisch besichtigen.
Unsere Anmeldung umfasste allerdings eine Sondertour, somit durften wir auch das gesamte Silo von innen anschauen. Nach einer kurzen Absprache fuhren wir mit der Rangerin zur Anlage. Die Standard Führung am Silo, beinhaltet das Betreten des Geländes und einen Blick in die Tiefe, dazu nur recht allgemeine Erläuterungen. Der Verschlussdeckel ist zur Hälfte zurückgezogen worden und so kann man die Rakete im Schacht betrachten. Auch hier keine große Ausdehnung, aber einige Technik. Das Silo war vom Grundsatz unbemannt, wurde im Normalfall vom Controlcenter gesteuert und wurde nur zu den turnusmäßigen Wartungsaufgaben betreten. Für mich fast unvorstellbar, das Silo wurde nur mit Technik gesichert. Für zehn Silos gab es eine Sicherungs- und Wartungseinheit, welche im Objekt des Startkontrollcenters saß und nur bei Bedarf ausrückte. Auf den ersten Blick könnte man sagen: "Die Amerikaner sind verrückt, sie lassen ihre Atomraketen einfach unbeaufsichtigt in der Landschaft rumstehen". So ist es aber nicht. Es gibt eine Sicherungsanlage die auf Körperschall reagiert und es sind Kameras installiert, alles wird auf das Basisobjekt übertragen. Die Objekte lagen im Bereich von etwa 8 Meilen und so konnten die Sicherungskräfte schnell vor Ort sein. Ausserdem war der Zugang zum Silo mit einer schweren Druckschutz Einstiegsluke verschlossen. Diese Luke wird hydraulisch geöffnet und die Verrieglung der Hydraulik ist mit einem Zahlenschloss gesichert. Das Öffnen dieses ersten Hindernisses dauert schon einige Minuten, da sich der Öffnungsmechanismus beabsichtigter Weise sehr langsam bewegt. Unter der Luke befindet sich dann ein Metallstempel, der den gesamten Einstiegschacht ausfüllt. Dieser Stempel ist wieder elektronisch, mit einer Zahlenkombination, gesichert und muss erst ganz nach unten gefahren werden, bevor der Schacht passierbar ist. Auch dieses dauert eine halbe Ewigkeit. Endlich drinnen, kommt man auch nicht so leicht an die Rakete heran. Das Öffnen des Silos ist noch heute ein Zeremoniell und wir verfolgten interessiert die einzelnen Schritte. Endlich war es soweit und wir durften über die Einstiegsluke hinabsteigen.
Nach der gigantischen Anlage von Titan I, der noch relativ großen von Titan II ist Minuteman I geradezu klein und überschaubar. Die Gesamte Technik wurde auf zwei Etagen untergebracht. Im Gegensatz zu den Vorgängern, ist die Trennwand zum Technikbereich nicht so kompakt ausgeführt und die Rakete wirkt fast zierlich. Das ändert aber nicht daran, dass ihr W 56 Atomsprengkopf (1,2 Megatonnen) eine verheerende Vernichtungswirkung hatte. Zum Siloboden gelangte man nur recht abenteuerlich über einem am Flaschenzug hängenden Sitz. Alles ist sehr zweckmäßig, aber nur für einen Start ausgelegt, ein „Wegwerf- Silo". Ein Teil der Technik wie Stromversorgung (außer Batterieanlage, die ist im Level 2 untergebracht) und Lüftungstechnik befinden sich in einem nur schwach geschützten Anbau. Nach einem ausgedehnten Rundgang durch das Silo und den Aufnahmen für die Panoramen fuhren wir weiter zur Basis. Eines der Panoramen lässt sich hier bereits betrachten.
Auch dieses Objekt relativ klein, aber mit einem größeren Gebäude in typisch amerikanischer Leichtbauweise, doch die Klimaanlage darf nicht fehlen. In diesem Gebäude, die Sicherheitszentrale mit der Monitorüberwachung der Silokomplexe, die Aufenthaltsräume der Sicherheits- und Wartungscrew und die Energieversorgung (auch für den unterirdischen Komplex). In dieses Gebäude ist auch das Eingangsbauwerk integriert, doch hier hört die Leichtbauweise auf. Der obligatorische Fahrstuhl durfte nicht fehlen, auch wenn es maximal 10 Meter nach unten ging. Nach einer scharfen Rechtskurve standen wir vor der schweren Drucktür. Ein Air Force Angehöriger mit einem Touch fürs Makabere hatte sie mit einem Graffiti verziert. Neben einer stilisierten Pizzaschachtel steht sinngemäß: "Weltweite Lieferung in nur 30 Minuten." Guten Appetit! Nachdem wir die 4 Tonnen schwere und gut einem halben Meter dicke Stahltür passiert hatten, standen wir auf der Plattform des Startcontrollcenters. Vom ersten Eindruck hat es viel mit dem Weltraumlabor „Spacelab" gemeinsam, der absolut zweckorientierte Aufbau viel Elektronik und wenig Platz.
Die Besatzung bestand auch hier aus zwei Air Force Offizieren und die waren Herren über 10 ballistische Nuklearraketen. Die Startprozedur ähnlich wie bei Titan II beschrieben. Der Raum und die Ausstattung kamen mir bekannt vor. Zurück in der Heimat, habe ich mir bei "You Tube" eine Filmsequenz aus "The Day After" angeschaut. Dieser Film hatte sich mir aus mehreren Gründen tief eingeprägt, doch das ist eine andere Geschichte. In diesem recht realistischen (deswegen wurden die Produzenten auch von den Hardlinern des militärisch industriellen Komplexes scharf angegriffen), aber zum Glück fiktiven Film über einen Raketen-Kernwaffenkrieg, wurde ein solches Startkontrollcenter gezeigt. Und das zu der damaligen Zeit! Auch andere kurze Sequenzen aus realen Anlagen und Test sind in diesem und anderen Filmen (z.B. "Wargames") verwandt worden.
Alles Nötige ist in einem Container auf engsten Raum untergebracht, Technik-, Versorgungs-, Ruhe- und Sanitärbereich. Auch der relativ einfache Filter für das Überlebenssystem ist hier installiert. Der Erschütterungsschutz durch vier Gasstoßdämpfer realisiert, bei diesem System wird Sauerstoff verwendet. Anfänglich hatte ich vermutet, dass die vorhandenen Druckflaschen für die Überdruckhaltung verwendet werden. Sie dienen aber ausschließlich für die Druckstabilisierung der Dämpfer. Mein persönlicher Eindruck: Auf den ersten Blick recht passabel, auf den Zweiten sieht man die Wegwerfvariante. Die Nationalpark-Rangerin hat sich große Mühe gegeben, doch bei einigen speziellen Details musste sie leider passen. Auch wenn wir die letzten Einzelheiten nicht in Erfahrung bringen konnten, gab es sehr interessante Einblicke und dafür nochmals vielen Dank.
Die Palette unserer Reiseziele neigte sich langsam dem Ende zu, nur der Bunker in Greenbrier steht noch auf dem Programm. Dazu, wegen des schon lang gewordenen Beitrags, später mehr.
Für heute mit freundlichen Grüßen, Jürgen Freitag
29.09.09 - Neuigkeiten von der Dokumentation
"Alles Gescheite ist schon einmal gedacht worden,
man muß versuchen, es noch einmal zu denken."
Johann Wolfgang von Goethe
Damit nicht der Eindruck entsteht, wir treiben uns nur in der Weltgeschichte umher, wieder einmal etwas zur Dokumentation. Seit der Einstellung der grafischen Übersicht für unsere Dokumentation ist ja doch einige Zeit vergangen. Wir haben zwischenzeitlich umfangreiche Recherchen angestellt und weiteres Material gefunden. Was aber das Wichtigste ist: auch neue Mitstreiter für die Erarbeitung unserer Technischen Beschreibung sind mittlerweile dazu gekommen.
Einer davon ist Reinhard Thorbeck, damals Fachingenieur für Lüftungs-, Klima- und Schutztechnik im WID. Ein Kenner vieler technischer Details des Komplexes 5000, unter seiner Mitwirkung wurden z.B. die Schwingungsdämpfer (PKU) montiert. Seit einiger Zeit frischen wir nun gemeinsam unsere Detailkenntnisse auf, studieren alte Projektzeichnungen und versuchen daraus ein Abbild der damaligen Technik zu beschreiben. Dabei sind wir ein gutes Stück vorangekommen und haben die Beschreibung der Ebenen 2 und 3 (aus unserer grafischen Übersicht) bereits abgeschlossen sowie Teile der Ebene 4 bereits bearbeitet. Auf der zweiten Schiene arbeitet Hannes intensiv an der Software, die ein wesentliches Element zur einfachen Handhabung und Präsentation der Gesamtdokumentation ist. Die drei Stränge Panoramen, Dokumentenscans und Beschreibungen können erst damit effektiv verknüpft und dargestellt werden. Bis dahin müssen wir uns noch etwas gedulden.
Mit der gegenwärtigen Darstellungsform ist es immer recht schwierig und zeitaufwendig, das Erarbeitete zu zeigen. Trotz des Aufwandes haben wir uns entschlossen, einen kleinen Ausschnitt unserer Arbeit zu veröffentlichen. Am Beispiel des Zwischengeschosses möchten wir bildliche und schriftliche Darstellung zeigen. Aber wie geschrieben: es ist nur ein Anfang, später wird noch viel mehr möglich sein (z.B. wird man über die jetzt schon fettgedruckten Schlagwörter zu anderen Bereichen bzw. speziellen Beschreibungen wechseln können). Als zweites Beispiel haben wir die Beschreibung des Schutzkernbereiches ausgesucht, hier wird einiges von den Komponenten des Bauwerkes und den Maßnahmen des komplexen Schutzes deutlich.
Im Zwischengeschoss hätte es unter Umständen sehr heiß werden können. Bei einem Nahtreffer wäre der Lastfall 2 eingetreten und dort hätten "die tausend Sonnen geschienen". In der Genugtuung darüber, dass dieser Fall nie eingetreten ist und inspiriert durch den schönen Sand, wurde dort zum Ende der zeitweiligen Öffnung 2008 (nach einer ganzen Woche fotografischer Arbeiten dort oben) eine "Zwischengeschoss - Beachparty" gefeiert. Dabei ist auch eines der "Easter Egg" Panoramen entstanden, die hin und wieder in der Dokumentation zu sehen sein werden. Ein kleiner Scherz mit tiefem Hintergrund.
Wir sind weiter fleißig bei der Arbeit und hoffen bald mehr vorstellen zu können.
Nach diesem kurzen Zwischenbericht zur Dokumentation folgt im nächsten Beitrag die Schlussepisode unserer USA Tour.
Für heute mit freundlichen Grüßen, Jürgen Freitag
23.09.09 Bunkertour Made in USA, Teil 2 - 6000 Flugzeuge in der Wüste und Titan I
"Ich bin nicht sicher, mit welchen Waffen der dritte Weltkrieg ausgetragen wird,
aber im vierten Weltkrieg werden sie mit Stöcken und Steinen kämpfen."
Albert Einstein
Das Wetter in Tucson, Arizona kann ganz schön stressig sein und ohne Klimaanlage geht da nichts. Doch genau das trocken-heiße Klima der Wüste ist der richtige Standort für einen der größten Flugzeugfriedhöfe der Welt. Genaue Bezeichnung: "309th Aerospace Maintenance and Regeneration Group", umgangssprachlich auch "Boneyard". Hier stehen rund 6000 außer Dienst gestellte Flugzeuge. Das konnten sich Hannes und ich natürlich nicht entgehen lasen. Denn auch hier, ein Großteil Relikte des Kalten Krieges. Der Besucher wird im klimatisierten Bus über das weiträumige Areal gefahren und bekommt fast alles zu sehen was die US Air Force zu bieten hatte. Ein Teil der Maschinen gammelt vor sich hin und wartet auf die Verschrottung. Der andere Teil ist mit einem Schutzfilm versiegelt, einige wichtige Teile ausgebaut und im großen Magazin eingelagert. Wer die letzten 50 Jahre bewusst miterlebt hat, kann hier einige Protagonisten der Geschichte wiedererkennen. Hier stehen die Rosinenbomber der Berlinblockade als Zeugen des Auftaktes des Kalten Krieges neben den B52 Bombern der Flächenbombardements in Vietnam. Aufgereiht stehen die B1 Bomber als Rückgrat der strategischen Atombomberflotte der 80er Jahre genau wie die Starfigther, die einst mit spektakulären Abstürzen über der Bundesrepublik Geschichte schrieben. Der Air Force Veteran, der als Begleiter die notwendigen Erläuterungen gab, konnte zu Allem eine interessant Geschichte erzählen.
Nachdem wir 30 Milliarden Dollar verrottendes Volksvermögen besichtigt hatten, fuhren wir die Interstate in Richtung Denver. Nach einigen Tagen und Zwischenstopps (z.B. Grand Canyon und Arches Nationalpark) kamen wir in der Nähe von Limon, Colorado zu einem verlassenen Titan I Komplex. Die Anfahrt hatte ich mir schwieriger vorgestellt, denn dieses Silo ist nicht allgemein bekannt und ausgeschildert. Doch wir waren gut vorbereitet (auch Dank der Hilfe eines guten Freundes) und hatten uns die Daten fürs Navigationsgerät via Satellitenbild gesucht.
Beim ersten Anblick sind nur die Betonblöcke der Silodeckel zu erkennen. Nach kurzer Zeit aber hatten wir einen Einstiegsschacht gefunden und Hannes war wie immer nicht zu bremsen. Doch in der Ruhe liegt die Kraft, denn der erste Angriff führte nicht zum Erfolg. Bei der nachfolgenden Aufklärungsrunde fanden wir einen passenden Einstieg. Dieser Komplex hatte allerdings deutlich größere Dimensionen als das Titan II Silo, nicht zuletzt, weil von hier aus drei Raketen gestartet werden konnten. Leider habe ich die Internetseite, die für unsere Orientierung sehr hilfreich gewesen wäre, erst nach unserem Besuch gefunden. Also hatten wir im verzweigten Tunnelsystem immer mehrere Varianten zur Auswahl. Das Terrain war auch nicht gerade einfach, leider viel Wasser und Schlamm. Als erste kamen wir zum Power House, ein frei tragender Kuppelbau mit gut 40 Meter Durchmesser und 16 Meter Höhe. Für ein Schutzbauwerk schon beachtliche Abmessungen. Vor allem unter dem Gesichtspunkt, dass keine tragenden Pfeiler vorhanden sind. Metallstützen sind nur für die Tragkonstruktion der zweiten Ebene montiert. Hier war "kompakt" die wesentliche Technik für Energie-, Wasser- und Klimaversorgung angeordnet. Unter anderem gab es zwei Tiefbrunnen und vier Dieselgeneratoranlagen mit je 1000 KVA. Leider war nur noch ein Gewirr von Rohren und Stahlkonstruktionen vorhanden und wir mussten höllisch aufpassen, dass wir nicht zu Schaden kamen.
Gegenüber dem Power House befand sich das ehemalige Control Center (Abmessungen 30 Meter Durchmesser 11 Meter hoch) in ähnlichem Zustand. Dort wo einmal sensible Elektronik stand, sind heute nur noch Fragmente der einstigen Lüftungsanlage, verrosteter Stahl und Feuchtigkeit. In den Verbindungstunnel zurückgekehrt bogen wir nach links ab. Nach beschwerlichen 50 Metern erreichten wir einen weiteren Abzweig. Hier endlich die Aufschrift Launcher Area 1-3 (Starter Bereich 1-3). Wir entschieden uns für den Abzweig nach links. Noch einmal kletterten wir 80 Metern über Stahlträger, Wasserlachen und mussten uns an Abzweigungen entscheiden. Dann waren wir dort, wo früher eine der Raketen stand, im eigentlichen Silo. Das heißt, wir standen auf einer schmalen Rampe, vor uns ein tiefes Loch und die Decke nach oben 20 Meter entfernt. Das Licht unserer Taschenlampen reichten gerade so aus, um Einzelheiten zu erkennen. In diesem riesigen Schacht (Abmessungen 50 Meter tief und 12 Meter im Durchmesser in 12 Level unterteilt) sahen wir die imposanten Reste der einstigen Einbauten. Man erkennt unter anderem die Teile der Stahlkonstruktion des Fahrstuhles. Mit ihm wäre die Rakete zum Start nach oberhalb des Silos gebracht worden. Auch die Konturen der beiden riesigen Silodeckel (jeder 115 Tonnen schwer) und ihrer Öffnungshydraulik waren deutlich zu erkennen. Beim Blick nach unten waren unserer Neugier Grenzen gesetzt, gut ein Drittel des Schachtes steht unter Wasser. Für jedes der drei unmittelbaren Silosegmente gab es ein Treibmittel Terminal und ein Equipment Terminal (insgesamt auf 4 Level verteilte Technik für den Raketenstart). Diese waren unmittelbar neben dem Silo angeordnet und ebenfalls durch Tunnel verbunden. Leider waren wir nur mit leichtem Gepäck unterwegs, die starken Fotolampen fehlten und so gelangen nur wenige brauchbare Bilder. Doch wir hatten einen persönlichen Eindruck gewonnen welche technischen Aufwendungen in diesem Raketenkomplex steckten. Selbstverständlich haben wir die Mühen auf uns genommen und auch die beiden anderen Silobereiche besichtigt, doch auch hier mindestens ein Drittel Wasser. Nach dem wir noch kurz am Antennenareal (Antennen waren ebenfalls hydraulisch ausfahrbar) vorbei geschaut hatten, kraxelten wir wieder nach draußen.
Wieder ans Tageslicht gekommen bemerkten wir, dass einige Stunden vergangen waren und die Sonne langsam unterging. Wir schauten uns die Silodeckel noch einmal genauer an und während Hannes noch einige Fotos machte, ruhte ich mich etwas aus. Ich hatte mich an den Rand des Betonklotzes gesetzt und schaute auf die friedliche Landschaft von Colorado. Dabei gingen mir viele Gedanken durch den Kopf und ich versuchte das Gesehene zu verarbeiten. Unsere Tour hatte mich stark beeindruckt. Trotz der Größe der Anlage, auch wenn von der eigentlichen Technik nicht mehr sehr viel zu sehen war, konnte ich mir Vorstellungen machen, was hier einmal vorhanden war. Die Kosten zur Errichtung und Betreibung dieses Komplexes müssen gigantisch gewesen sein.
Aber mich beschäftigten auch noch meine Erinnerungen. Vor vielen Jahren, einige tausend Meilen entfernt, saß ich schon einmal auf einem Betonklotz in der Sonne. Das war in den 80er Jahren und ich saß auf der Zerschellschicht des noch im Bau befindlichen Objektes 5001. Auch hier drehten sich meine Gedanken um Raketenwaffen und ihre möglichen Auswirkungen. Es ist wohl eine Ironie der Geschichte, dass ich Ursache und Wirkung in einem solchen desolaten Zustand erleben durfte. Es hat keiner zerstörerischen Waffen bedurft, um diese Festungen des Kalten Krieges zu vernichten. Die Geschichte ist über sie hinweggegangen und hat sie abgeschrieben. Doch leider war es nicht nur die Einsicht, auf Krieg und Waffen zu verzichten, die dazu führte diese Objekte zu verschrotten. Es war vorerst die technische Innovation, die effizientere Systeme hervorbrachte. Ironie oder Ignoranz, der Tanz auf dem Vulkan ging weiter.
Für heute mit freundlichen Grüßen, Jürgen Freitag
Im nächsten Beitrag (kein) Norad, Minuteman und Greenbrier.
01.09.09 Bunkertour Made in USA, Teil 1 - Titan II
"Ich bin nicht sicher, mit welchen Waffen der dritte Weltkrieg ausgetragen wird,
aber im vierten Weltkrieg werden sie mit Stöcken und Steinen kämpfen."
Albert Einstein
Hannes hatte während seines letzten USA Aufenthaltes im Titan Missile Museum in Tucson Arizona eine Tour durch ein Titan II Silo mitgemacht. Dort enstand die Idee, dass wir zusammen eine Forschungsreise in Richtung USA zu wichtigen Schauplätzen des kalten Krieges unternehmen, um uns einen Eindruck der anderen Seite zu verschaffen. Der Kontakt zur Leiterin des Museums, einem ehemaligen Commander dieses Silos, wurde aufgenommen, um die entsprechende Genehmigungen zum Erstellen und Veröffentlichen von Panoramafotos für unsere Dokumentation zu bekommen. Daraus entwickelte sich ein Informationsaustausch per Mail und letztendlich eine Einladung nach Tucson Arizona zur Besichtigung und Dokumentation des Titan II Silos nebst Sonderführung durch den Archivar des Museums, Chuck Penson.
Natürlich lohnt es sich nicht wegen eines Objektes in die USA zu fliegen, also haben wir uns nach weiteren umgesehen. Im Ergebnis hatten wir sechs Ziele, für vier (Titan II Silo, Titan I Silo, Minuteman Silo und ehemaliger Bunker für den Congress) hatten wir eine feste Zusage als wir losflogen, das fünfte (NORAD) war noch offen und für das sechste (Atomtestzentrum in Nevada) hätten wir uns ein Jahr vorher anmelden müssen.
Mitte Juli nahmen wir den 17 stündigen Flug in Angriff, erst einmal bis New York, dann weiter über Huston nach Tucson. Den Anflug auf unser Reiseziel werde ich wohl nie vergessen. Unsere kleine Maschine wurde etwas durchgeschüttelt. Am pechschwarzen Himmel über den Bergen in Richtung Mexiko stand eine ordentliche Gewitterfront und teilweise zuckten mehrere Blitze gleichzeitig auf. Die Natur bot uns ein einmaliges Schauspiel. Mit einiger Phantasie konnte man sich Vorstellen, dass es ein ähnliches Szenario gegeben hätte, wenn die in Arizona stationierten Raketen (Siehe Bild links) gestartet wären.
Am nächsten Morgen ging es noch 25 Meilen auf dem Highway in Richtung Mexiko, vorbei an bis zu drei Meter hohen Kakteen. Dann ein unscheinbarer Wegweiser und wir fuhren auf das Gelände der Titan Base in Green Valley. Ich war einigermaßen überrascht, denn das Gelände der Basis war für mein Verständnis relativ klein und komplett einsehbar. An der Tür des Eingangsbauwerkes die Warnung vor Klapperschlangen. Sie sind die natürlichen Schädlingsbekämpfer für die, über den jetzt ständig geöffneten Belüftungsschacht, eingedrungenen Wüstenmäuse. So holt sich die Natur ihr Terrain zurück, in Deutschland sind es die Fledermäuse, die sich in den alten Bunkeranlagen heimisch fühlen. Der Kontakt mit Chuck war sofort hergestellt und die Tour begann.
Über eine Treppe ging es ca. 15 Meter in die Tiefe, dann die erste schwere Drucktür. Jetzt waren wir im Inneren der Anlage, die bautechnisch aus den durch Tunnel verbundenen Teilen Eingangsbauwerk, Launch Control Center und dem Silo besteht (Bild rechts). Aus dem Eingangsbauwerk gelangt man in einen Technikbereich von dem die beiden Tunnel abzweigen. Das Launch Control Center ist ein Kuppelbau mit drei Etagen. Von unten nach oben: Technikbereich für Lebenserhaltungssysteme und Energieversorgung, der Arbeitsbereich mit Kommunikationsanlage und Startkontrollsystemen und oben Ruheraum mit Küche. Der gesamte Innenbereich durch Federamortisatoren stoßgesichert. Der Arbeitsbereich, das eigentliche Launch Control Center, ist mit zwei Arbeitsplätzen eingerichtet. Hier versahen der Commander und sein Stellvertreter ihren Dienst, zur Crew gehörten noch zwei Techniker. Die Arbeitsplätze, im Prinzip zwei Schaltpulte mit Arbeitsfläche, beinhalten die Steuerung der Startsequenz und Kommunikationstechnik. Im Winkel davor sind die Schaltschränke angeordnet, daneben der Safe mit den Schlüsseln und den Codes. Nach dem Eingeben des Startcodes mussten Kommandant und Stellvertreter ihre Startschlüssel einstecken, gleichzeitig drehen und 5 Sekunden halten. Von diesem Zeitpunkt dauerte es 60 Sekunden bis die Titan II das Silo verließ. Chuck Penson bemerkte noch: "Übrigens gab es keine Ooops- Taste (Entschuldigung, habe mich geirrt) - wenn die Startsequenz eingeleitet war, gab es kein Zurück!"
Es war schon ein merkwürdiges Gefühl in diesem Sessel, vor dem Pult zu sitzen, und an Hand der Lämpchen zu verfolgen, wie die einzelnen Systeme aktiviert werden. Zum Glück fehlte die Vibration der startenden Rakete. Nachdem wir uns das Launch Control Center angeschaut hatten, gelangten wir über die Verbindungstunnel zum Silo.
Die Verbindungstunnel sind nur relativ schwach geschützt aber mit Metallauskleidung (EMP Schutz). Die Fußbodenkonstruktion, die auch die Traversen für die Kabelbefestigung trägt, sind schwingungsgedämpft aufgehängt und die Kabel mit Schlaufen verlegt. Nach Passieren einer weiteren Drucktür befinden wir uns im Level 2 des Silos (Level 1 befindet sich direkt unter der Erdoberfläche). Das Silo besteht senkrecht aus zwei Kammern, der äußere Ring beherbergt die Versorgungstechnik, im inneren Schacht steht die Rakete. Dieser Schacht ist mit schwingungsdämpfendem Material ausgekleidet. Zum weiteren Schwingungsabbau befindet sich im Level 8 (unter der Rakete) eine mit Düsen versehene Ringleitung, aus der zum Startzeitpunkt ein Wassernebel entfaltet wird.
In Höhe von Level 2 befindet sich in der Rakete der Hohlraum, in dem während der aktiven Zeit der 9 Mt Sprenkopf montiert war. Hier gibt es eine Wartungsluke, über die wir 40 Meter in die Tiefe schauen können - vor uns der Raketenkörper. Hier entstand eines der Panoramen, welches hier zu sehen ist (Weitere sind noch nicht fertig gestellt). Darüber im Level 1 der wesentliche Öffnungsmechanismus für den Silodeckel. In den Level 3 bis 8 ist weitere Technik untergebracht. Diese Technik ist weitestgehend auf amortisierten Plattformen installiert. Im Level 7 eine Arbeitsplattform, von hier aus konnte der Raketenmotor gewartet werden. Darüber im Level 6 die Halterungskonstruktion auf der die Rakete steht. Diese Halterung über Federkonstruktionen amortisiert wird erst kurz vor dem Start automatisch festgeklinkt und justiert.
Im Level 9 der Abgasdeflektor (Stahlbetonkegel der den Abgasstrahl des Triebwerkes nach oben umleitet), hier beginnen auch die beiden Abgasaustrittsschächte die zwischen äußerer Silowand und Technikbereich nach oben führen.
Nach dem wir bis in den letzten Winkel von Level 9 gekrochen waren, gab es einen Fahrstuhl der uns wieder nach oben brachte.
Hier hatten wir im Anschluss noch eine Verabredung mit der ehemaligen Commanderin Yvonne Mois. Sie leitet heute das Museum und hatte sich an diesem Tag, trotz reichlicher Aufgaben, für uns viel Zeit genommen. Nun saßen sich zwei Veteranen des kalten Krieges gegenüber und wir stellten einige Gemeinsamkeiten fest. Wenn ein möglicher Krieg und totbringende Waffen zur alltäglichen Beschäftigung gehören, dann wird ein Mensch doch erheblich davon geprägt. Wir haben jeder unseren Job gemacht - die Geschichte des kalten Krieges hatte uns diesen Platz zugewiesen. Und wieder einmal wurde klar, wie wichtig es ist, dass diese Erinnerungen und Schicksale nicht verloren gehen, damit spätere Generationen daraus lernen können. Ich finde es beeindruckend, dass wir zusammensaßen und uns über die einstmals größten Geheimnisse austauschen konnten.
Dieser erste Tag unserer Tour hat uns viele neue Eindrücke vermittelt und an den nächsten Tagen werden weitere folgen. Der nächste Abschnitt aus unserer USA Reihe: "6000 Flugzeuge in der Wüste und Titan I".
Für heute mit freundlichen Grüßen, Jürgen Freitag
10.08.09 Ausflug ins Gestern - Teil 2
"Wer in der Zukunft lesen will, muss in der Vergangenheit blättern."
(Und manchmal dauert dies auch ein Weile...)
Die Tour im Juni war zweigeteilt, einmal Bunkertour West, zum anderen Archivstudien in Freiburg. Ich gebe zu, der erste Teil war etwas angenehmer, doch langweilig war der zweite Teil keineswegs. Die Mitarbeiter des Bundesarchives hatten an Hand unserer Schwerpunkte einiges herausgesucht und in der Handkartei haben wir dann auch noch einige interessante Unterlagen gefunden. Insgesamt sehr hilfreich für Hintergrundinformationen zu unserer Dokumentation. Ein GKDOS Arbeitsbuch war besonders interessant. Es enthielt eine Handskizze der ersten Vorstellungen zum Objekt 5021 und Aufzeichnungen über die ersten Arbeitsberatungen zur Grundsatzentscheidung zum Komplex 5000.
Für mich waren diese Dokumente besonders aufschlussreich, bekam ich doch im Nachhinein einiges zu Gesicht, was sich vor meiner Zeit auf dem Objekt 5001 oder in anderen Entscheidungsebenen abgespielt hatte. In einigen dieser Akten kann man zeitgeschichtliche Entwicklungen erkennen und in meiner Erinnerung nahm Planung und Bau des Komplexes 5000 noch einmal Gestalt an. Ich konnte mich in das Protokoll zur Konsultation mit sowjetischen Schutzbauspezialisten einlesen oder die Schlussfolgerungen aus dem Bau des Objektes 17/006 erkennen. Interessant auch das Schreiben an Ministerpräsident Kossygin, mit der Bitte um Unterstützung und Bereitstellung von sowjetischer Schutztechnik, im Rahmen der speziellen Importe.
Die Sitzungsprotokolle des Nationalen Verteidigungsrates hatte ich mir schon im Vorfeld im Internet angeschaut. Doch es ist schon etwas anderes, solch ein zeitgeschichtliches Dokument in den Händen zu halten. Auch die Grafiken in einem Stück und in Farbe vermitteln einen besseren Eindruck. Nach der Einholung der erforderlichen Genehmigungen, werden wir diese und weitere Dokumente hier veröffentlichen. Die Aufträge zur Digitalisierung des Materials werde zur Zeit von entsprechenden Fachfirmen bearbeitet.
Eine neue Erkenntnis haben wir auch im Bezug auf die Belegung der Räume des Vorsitzenden des NVR gewonnen. Wir sind immer davon ausgegangen, dass Erich Honecker seinen Schlafraum allein bewohnt. Doch beim Studium der handschriftlichen Notizen zum Belegungsplan fanden wir beim Ruheraum A 109 eine Auslastung mit zwei Personen. Das ist natürlich nicht bindend, lässt allerdings schon den Schluss zu, dass auch Honeckers Frau Margot auf dem Objekt 5001 ein Quartier gefunden hätte. Die absolute Gewissheit wird wohl für immer im Nebel der Vergangenheit verborgen bleiben, doch es ist gut, den tatsächlichen Gegebenheiten ein Stück näher gekommen zu sein. Insgesamt hat sich die lange Fahrt nach Freiburg gelohnt und wir haben weitere wichtige Mosaiksteine für die Dokumentation zusammen getragen.
Wenige Tage nach Freiburg geht die Suche weiter. Wir haben Kontakt mit dem Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden aufgenommen und einen Termin vereinbart. Hier finden wir ein zerlegbares Demonstrationsmodell des Teilobjektes TO 01 . Weiterhin gibt es eine Wandkarte mit einem 3 D Schnitt und den Hauptparametern des Schutzbauwerkes (Siehe Bild - mit freundlicher Genehmigung des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr, Dresden). Sehr interessant auch das von der Bundeswehr in Auftrag gegebene Gutachten. Hier wurden teilweise Schadstoffe gesucht die es nicht gab. Für dieses Gutachten wurde ein erheblicher Aufwand betrieben, obwohl man viele der hochwissenschaftlich erarbeiteten Erkenntnisse in den Projektunterlagen hätte nachlesen können.
Auf diesem Wege ein Dankeschön nach Freiburg und nach Dresden, für die freundliche Unterstützung.
Die nächste Reise auf den Spuren der Vergangenheit wird uns etwas weiter wegführen. Deshalb mein nächster Beitrag „Bunkertour Made in USA“.
Für heute mit freundlichen Grüßen, Jürgen Freitag
01.07.09 Ausflug ins Gestern - Teil 1
Wer in der Zukunft lesen will, muss in der Vergangenheit blättern.
Andre Malraux
Bei der Erarbeitung unserer Dokumentation habe ich mich auch mit den Wurzeln des Objektes 5001 beschäftigt und da kommt man um die Protokolle des Nationalen Verteidigungsrates (NVR) der DDR nicht herum. Die Lektüre dieser Dokumente gibt sehr interessante Aufschlüsse über die Entwicklungsgeschichte der verbunkerten Führungsstellen und somit auch der Hauptführungsstelle (HFÜST) des NVR. Im Protokoll von 1968 wird die Konzeption zur Errichtung von 22 Führungsstellen vorgestellt, ein Programm, das wie sich später herausstellen wird, nicht realisierbar ist. Die Umsetzung erfolgte auch sehr schleppend, denn anfangs wurden vorrangig kleinere, geschützte militärische Objekte gebaut.
Mit dem Bau dieser Objekte wurden grundlegende wissenschaftlich technische Erfahrungen gesammelt und die personellen Voraussetzungen auf dem Gebiet des Schutzbauwesens geschaffen. Es gab zusätzlich zahlreiche Konsultationen bei den sowjetischen Spezialisten und in der Summe resultierte daraus der Prototyp der modernen Führungsschutzbauwerke, das Objekt 17/016 bei Hennickendorf. Das Nachfolgebauwerk für den Minister für Nationale Verteidigung bei Harnekop weist zwar einige Veränderungen auf, ist aber nach dem gleichen Grundprinzip gebaut. Bei der Errichtung dieser Bauwerke wurde aber auch deutlich welche Ressourcen derartige Objekte verschlingen. Deshalb erfolgte 1974 eine Straffung der Konzeption für geschützte Führungsstellen. In der Begründung dieses Programms wird auch darauf verwiesen das Nachholbedarf besteht, da NATO- und auch Führungsgremien der BRD bereits ausreichend verbunkert sind, dabei wurde insbesondere auf den Regierungsbunker in Ahrweiler, 10 Luftschutzwarnämter und Ausweichsitze für die Ministerpräsidenten der einzelnen Bundesländer hingewiesen.
Im Juni dieses Jahres ergab sich die Gelegenheit diese interessanten geschichtlichen Aspekte in der Realität nach zu vollziehen. Der Ausgangspunkt war folgender: Während der zeitweiligen Öffnung des Objektes 5001 im Jahr 2008 waren einige Mitarbeiter der Dokumentationsstätte in Ahrweiler bei uns zu Gast. Wir haben einen guten Draht zu einander gefunden und uns ausführlich über Bunker im Allgemeinen und im Besonderen ausgetauscht. Zum Abschied wurde ein Gegenbesuch vereinbart, doch es ist einige Zeit vergangen ehe wir nach Ahrweiler aufbrechen konnten. Nun ließ sich ein Termin beim Bundesarchiv in Freiburg mit dem Besuch des Regierungsbunkers im Ahrtal verbinden. Doch es sollte noch viel besser kommen: Es gab noch zwei zusätzliche Angebote - das Luftschutzwarnamt in Linnich und der Ausweichsitz des Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen in Urft. Wenn die Netzwerke einmal geknüpft sind, sollte man auch davon profitieren. Deshalb haben wir die Gelegenheit genutzt und bedanken uns auf diesem Weg auch noch einmal bei den Mitgliedern der Dokumentationsstätte für Ihre Gastfreundschaft und die gute Organisation.
Drei sehr interessante Objekte in drei Tagen, ein guter Schnitt. Begonnen haben wir in Linnich. Dieses Objekt ist seit einigen Jahren außer Dienst gestellt und nicht öffentlich, der normale Verfallsprozess hat eingesetzt, doch für Bunkerinsider immer noch interessant. Diese Luftschutzwarnämter wurden ebenfalls nach einem Typenprojekt errichtet und sind bis auf geringfügige Geländeanpassungen baugleich. Ein Großteil der Technik war ebenfalls noch vor Ort und somit die technologischen Prozesse nachvollziehbar. Es ist schon erkennbar, dass Ingenieure in Ost und West viele gemeinsame Ansatzpunkte für technische Lösungen hatten, es sind aber auch grundsätzlich andere Philosophien bei den schutzbautechnischen Grundsätzen zu erkennen. Der Ausweichführungssitz in Urft wurde ebenfalls nach dem Typenprojekt der Warnämter errichtet, der einzige große Unterschied, hier fehlt der zweietagige Lagesaal. Die eingesetzte Technik ist moderner, vor allem die automatischen Druckschutzklappen zeigen eine Weiterentwicklung der Schutztechnik. Generell ist der Bunker in einem sehr guten Zustand und wird durch eine sehr interessante Form der Führung dargestellt. (Kontakt: http://www.ausweichsitz-nrw.de/ )
Das Beste zum Schluss: Der „Ausweichsitz der Verfassungsorgane der Bundesrepublik Deutschland" in Ahrweiler, ehemals eine Riesenanlage, genauer betrachtet fünf Bunker in Einem, die Ausbaustufen 3-5 der modernere Teil. Von all dem sind ca. 200 Meter übrig geblieben, so hat der Besucher noch einen kleinen Einblick über die einstige Kleinstadt im Weinberg. Für die Stadt im Verborgenen mussten die bundesdeutschen Steuerzahler ca. 4,7 Milliarden DM an Baukosten und jährlich 22 Millionen Betriebskosten bereitstellen. Davon wusste aber lange Zeit nicht einmal der Bundesrechnungshof etwas, denn die Kosten waren gut in anderen Positionen des Haushaltes versteckt. Aber wer fragt bei einem solchen schönen Bunker nach dem schnöden Mammon. Beim Rückbau blieben einige Millionen übrig, ein Teil davon wurde für eine Dokumentationsstätte verwendet und der Nachwelt blieb ein einmaliges zeitgeschichtliches Denkmal erhalten. Ein Besuch lohnt sich. Neben dem Bunker gibt es auch eine reizvolle Umgebung (Kontakt: http://www.regbu.de/ ). Der Besucher erhält einen interessanten Einblick, wie die Führungsebene um den Bundespräsidenten vor den Auswirkungen eines Raketen-Kernwaffenkrieges geschützt werden sollte. Ob dieses gigantische Bauwerk (ca.17 Km Tunnel) diesen Anforderungen genügt hätte, dazu gibt es viele Fragen und Zweifler. Doch zurück zu unserer Tour: Wir hatten das Privileg etwas mehr von dieser wirklich monumentalen Anlage zu sehen und mit unserem sachkundigen Begleiter über viele technische Details zu sprechen. Dabei wurde ich an einige Fragen von unseren Führungen in Prenden erinnert, einige Besucher wollten gerne eine Wertung über die beiden Regierungsbunker aus Ost und West hören. Da ich den „Westbunker" nur vom Papier her kannte, war ich sehr zurückhaltend und man kann die beiden Bunker auch nur sehr schwer miteinander vergleichen. Vielleicht aus heutiger Sicht folgende scherzhafte Variante: Die Bundesregierung ist mit einem komfortablen Reisebus in den Krieg gefahren, die DDR Führung mit kleinen Pkws, aber keineswegs Trabbis.
Ich finde es gut dass keiner erfahren musste, welches Gefährt die bessere Straßenlage gehabt hätte.
Für heute mit freundlichen Grüßen, Jürgen Freitag
17.05.09 Bemerkungen zur technischen Beschreibung als Teil der Dokumentation
Menschen mit einer neuen Idee gelten so lange als Spinner, bis sich die Sache durchgesetzt hat.
Mark Twain
Lange versprochen und heute eingelöst, möchte ich die ersten Ergebnisse zur technischen Beschreibung vorstellen. Sie ist ein Hauptbestandteil der Dokumentation. Es erscheint mir aber wichtig, vorab einige grundsätzliche Aussagen zur Problematik des Umgangs mit dem TO 01 (Bunkeranlage) des Objektes 17/5001 und unserer Dokumentation aus meiner Sicht zu schreiben. Der Grund sind Anfeindungen in Internetforen und auch durch "sich berufen fühlende Personen". Dabei wird der Verschluss des Bunkers 17/5001 immer wieder in Frage gestellt und die geplante Darstellung in einer Dokumentation diffamiert. Es ist wenig hilfreich die Augen vor Tatsachen zu verschließen und Wunschdenken hinterher zu jagen. Hierzu möchte ich folgendes in Erinnerung rufen: Die Anlage war bei ihrer illegalen Öffnung im Jahre 2002 technisch weitestgehend intakt (Kabelwege, wesentliche Anlagenteile, Feuchtigkeit, Schimmelbefall). Was dann kam, waren unkontrollierte Begehungen mit den unterschiedlichsten Zielstellungen und es gab weder Geld noch Personal, um diese Aktivitäten zu kanalisieren. Das Ergebnis war Vandalismus im großen Stil und ein erbärmlicher Verfall, der erst ab Anfang 2005 durch den BBN e.V., speziell der Gruppe "Bunker5001" um Hannes Hensel, gestoppt wurde. Diese Gruppe hatte die Ideen und das Engagement wirklich etwas für die Anlage zu tun. Doch auf die Dauer waren die Kraftanstrengungen zur Sicherung des Objektes zu groß (über 50 zur Anzeige gebrachte Einbrüche und weitaus mehr Versuche). Mir persönlich wäre die Offenhaltung des Bunkers als technisches und zeitgeschichtliches Denkmal weitaus lieber gewesen. Doch unter den gegenwärtigen Möglichkeiten ist der Verschluss des Bunkers, die zwar traurige, aber einzige Alternative. Es zeigt sich, aktuell beim Objekt 5005, dass die Versuche des gewaltsamen Eindringens immer brutaler werden und was sollte die 5001 vorerst besser schützen als ein sicherer Verschluss? Zukünftig soll eine Dokumentation dennoch die Möglichkeit geben, das Objekt kennen zu lernen. Die Zielstellungen und das Engagement der Mitglieder der Gruppe "Bunker 5001" haben mich überzeugt und zur Mitarbeit bewegt. Die Dokumentation soll im Wesentlichen auf zwei Ebenen erstellt werden, die bildliche Darstellung durch Panoramafotos (hier gibt es einen Vorgeschmack) und einer technischen Beschreibung. Der Aufbau der technischen Beschreibung soll in einer Baumstruktur erfolgen. Diese Strukturierung bietet den Vorteil, dass man sie ständig erweitern und vertiefen kann. Wir möchten diese Grundstruktur hier vorstellen. Jedes der dargestellten Strukturelemente ist der Ausgangspunkt einer neuen Struktur. Die weiterführenden Elemente werden später mit Text, Projektzeichnungen, Schemata usw. hinterlegt. Der Einstieg in die Dokumentation kann entweder über die Struktur oder aus den Panoramen heraus erfolgen. Beide Komponenten werden mit einer Software verknüpft, die einfach und logisch für jedermann handhabbar ist. Für interessierte Nutzer unserer Internetseite besteht die Möglichkeit ihr spezielles Wissen an jeder Stelle der technischen Beschreibung einzubringen. Dafür ist es nur notwendig einen entsprechenden Beitrag an unsere E-mail Adresse zu senden, nach einer Prüfung wird dieser dann gerne eingearbeitet.
Für heute mit freundlichen Grüßen, Jürgen Freitag
02.04.09 Die Perle im Urstromtal
Die Botschaft hört` ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.
Johann Wolfgang von Goethe
Eigentlich hatte ich in diesem Beitrag etwas zum Aufbau der Dokumentation versprochen, aber ich muss noch um etwas Geduld bitten. Stattdessen noch einmal etwas Geschichte und wie es so ist, fängt die Geschichte in der Gegenwart an.
Am 21.03.09 erschien in der „Wiener Zeitung“ ein Artikel von Rebecca Hillauer http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabId=3946&alias=wzo&cob=404068 und der beschäftigte sich mit dem Objekt 5001. Irgendwann im Oktober 2008, hatte ich ein längeres Gespräch mit der Journalistin und habe ihr einige Details zum Objekt erzählt. Abgesehen von einigen kleinen Ungenauigkeiten ist ein guter Beitrag entstanden, der sich wohltuend von anderen „journalistischen Kostbarkeiten“ zu diesem Thema abhebt.
Bei einer Formulierung habe ich doch gestutzt, sie schreibt vom Tarnnamen „Perle“ und da sind sie wider da, die Erinnerungen. Doch bei allem Nachdenken, die Bezeichnung Perle fällt mir, nur im Zusammenhang mit einem Artikel aus dem „Neuen Deutschland“ ein. Diesen Artikel werde ich wohl nie in meinem Leben vergessen, dort wurde am 11. April 1990 das erste Mal ausführlich und in allen Zusammenhängen, über das Objekt 5001 berichtet. In dieser verrückten Zeit war alles möglich, dort wurde mit einer Selbstverständlichkeit über (bis dahin) Staatsgeheimnisse geschrieben, als berichte man über das Blütenfest in Werder.
So etwas hatte es bisher nur im anderen Teil Deutschlands gegeben, wo bereits Mitte der 80er Jahre über Aarweiler (Regierungsbunker der BRD) polemisiert wurde, damals haben wir schadenfroh gelächelt. Mit diesem Beitrag wurde die Hauptführungsstelle der DDR enttarnt, auch wenn keine Fotos über die Technik erlaubt wurden, allein die Offenbarung was sich dort befand, verminderte den Gefechtswert der Anlage im hohen Maße.
In diesem besagten Artikel, las ich diese Bezeichnung „Perle“ zu ersten Mal, doch damals gab es gewiss andere Probleme, als mir darüber Gedanken zu machen. Durch den Artikel von Frau Hillauer bin ich wieder auf diese Problem gestoßen und da die Klärung solcher offenen Fragen auch ein Anliegen unserer Dokumentation ist, habe ich recherchiert. Zuerst habe ich mich bei alten Weggefährten aus der 5001 erkundigt, aber Fehlanzeige. Meine letzte Hoffnung, mein ehemaliger Vorgesetzter, Chef der Verwaltung Spezialbauwesen der NVA, Generalmajor a.D. Schubert. Der glaubte sich dunkel zu erinnern, dass es in der Planungsphase eine solche Bezeichnung gegeben haben soll.
Doch merkwürdiger Weise fiel im sofort, die in dem damaligen Zeitungsbeitrag gebrauchte Formulierung, „die Perle vom Urstromtal“, wieder ein. Hat ihm sein Gedächtnis einen Streich gespielt und sind dort, nach mehr als 40 Jahren, Tatsachen und Fiktion vermischt? Ich möchte es fast bejahen, denn ich kannte mehrere aktive Tarnnamen „Alte Eiche“, „Welikan“ und „Menthor“. Diese Bezeichnungen hatten im Zusammenhang mit dem Komplex 5000 alle ihre Bedeutung, doch das sind andere Geschichten und irgendwann werde ich auch dazu etwas schreiben.
Die Tarnbezeichnung „Perle“ war nicht dabei und damit sind wir beim damaligen Zeitungsbeitrag, den Inhalt können Sie hier (Artikel) und hier (Bild) noch einmal nachvollziehen. Wenn man diesen Beitrag aufmerksam liest, könnte die nebulöse Bezeichnung „Perle“ eine Erfindung des dubiosen Herrn Winkler sein. Ausgedacht um seine nur allgemeinen und spekulativen Kenntnisse zu diesem Objekt, mit etwas Interessantem zu würzen und besser zu verkaufen. Die Medien haben sich darauf gestürzt und einer hat vom anderen abgeschrieben, Herr Paul Bergner hat das ganze später noch weise abgenickt und schon nahm der Nebel feste Gestalt an. Leider gab es hier viel Nebel, der zu festem Beton geformt wurde.
Das ist meine Sicht der Dinge, im Moment nur mit 99% Sicherheit, doch ich hoffe, das restliche eine Prozent kriege ich auch noch hin.
Für heute mit freundlichen Grüßen, Jürgen Freitag
05.03.2009 Die Auflösung
Es steckt oft mehr Geist und Scharfsinn in einem Irrtum als in einer Entdeckung.
Joseph Joubert
Eigentlich ist die Geschichte ganz einfach, mit diesem ominösen Objekt 5011. Für die Erklärung muss ich aber etwas weiter ausholen.
Während der Nutzungsphase verständigten wir uns bei der Bezeichnung der Einzelobjekte über die Teilobjektnummern. Diese Nummern sind mir so in Fleisch und Blut übergegangen, dass ich die wichtigsten auch heute noch im Kopf habe bzw. nach kurzer Überlegung benennen kann. Neben diesen Teilobjektnummern gab es die Nummern für die Investitionsvorhaben wie 17/5001, 17/5021 usw. das waren bei den großen Investitionen auch gängige Bezeichnungen. Diese Kennzeichnung entsprach etwa einer Kostenstelle. Nun kam es aber vor, dass man bei zusätzlichen Baumaßnahmen die über den ursprünglichen Investitionsumfang hinausgingen, eine neue Kostenstelle benutzte. Es handelte sich zwar um das gleiche Teilobjekt, tauchte jetzt aber unter einer anderen Investitionsvorhabennummer auf. Das war für uns als Techniker verwirrend und deshalb waren die Teilobjektnummern entscheidend, zumal diese Nummer auch das konkrete Einzelobjekt benannte.
Jetzt zum konkreten Beispiel, es gab unter 17/5001 das Teilobjekt 106, dass war die Troposphärenempfangsstelle. Dort sollten im Einsatzfall sowjetische Nachrichtentruppen mit mobiler Technik, die Verbindung zum Oberkommando des Warschauer Paktes, aufrecht erhalten. Dieses Objekt wurde in der Projektierungsphase mehrfach verändert, ursprünglich war ein größeres Objekt geplant, das fiel Sparmaßnahmen zum Opfer. In der zweiten Hälfte der 80er wurden zwei FB 75 mit Mannschaftsteil gebaut, dazu kamen noch Funktionsobjekte. So z.B. ein „Feuerwachturm“ aus Stahl, dieser Turm war aber tatsächlich als Antennenträger vorgesehen.
Später stellte sich aber heraus, dass die Mannschaftsteile der FB 75, für den tatsächlichen Bedarf nicht ausreichten. So wurde noch ein MB3 (monolithisches) Bauwerk für ca.70 Personen, errichtet. Dieses kleine Schutzbauwerk der Schutzklasse E mit einer Massivbaracke als Überbauung, bekam die Teilobjektnummer 122. Am nachfolgenden Grundriss kann man auch erkennen, dass dieses Objekt wirklich ein kleiner Bunker war.
Sie dürfen gerne raten welche Nummer das Investitionsvorhaben hatte? Es trug die Bezeichnung 17/5011. Nachfolgend noch das Schriftfeld einer Projektzeichnung des Teilobjektes 122, hier kann man meine Erläuterungen noch einmal nachvollziehen.
In der Hoffnung, Sie nicht zu sehr verwirrt zu haben, für heute freundliche Grüße, Jürgen Freitag
PS: Im nächsten Beitrag etwas über die geplante Struktur unserer Dokumentation.
24.02.2009 - Mein Einstand
Es irrt der Mensch, solang er lebt.
Goethe Faust
Damit Sie mich besser kennen lernen und auch alle über den Insiderwitz, der Teamseite schmunzeln können, eine kleine Geschichte zum Verständnis.
Bereits während der Zeit der Besichtigung, war ich bemüht, die vielen Fragen zu beantworten. Besonders die Referenten brachten immer etwas Neues von ihren Touren mit, teils Fragen, aber auch die heißesten Gerüchte und lustige Erlebnisse. Da wussten Besucher von einem Tunnel, der von unserem Objekt, direkt zum Wohnort des Politbüro in Wandlitrz führt u.ä.. Ganz hoch in der Gerüchteküche, das Objekt 5011, das in eingen Veröffentlichungen auch benannt wurde. Dieses Objekt wurde in den mündlichen Überlieferungen in verschiedenen Größenordnungen gehandelt, bis hin zum morderneren Parallelobjekt der 5001.
Ich hatte ein Problem mit dieser Bezeichnung 5011, so sehr ich auch in meinem Gedächtnis kramte und in meinen alten Unterlagen nach schaute, ich konnte nichts finden. Auch die Nachfrage bei meinen alten Mitstreitern brachte kein Ergebnis. Nun sind zwanzig Jahre eine lange Zeit und ich bilde mir auch nicht ein, von damals noch alles zu wissen. Ich habe mich redlich bemüht, Licht ins Dunkel zu bringen. Nach allen Überlegungen kam ich dann zu dem Ergebnis, gab es nicht. Aber wie das so ist im Leben, sage niemals, nie!
Diese Aussage holte mich letztens ein. Wir hatten das große Glück einige Dokumente zum Objekt 5001 zu finden und wie es der Teufel will, was war dabei, Unterlagen zu einem Objekt 5011! Es war auch nicht nur ein Ordner, sondern mehrere und jedes mal kam der Spruch eines anderen Teammitgliedes: "Ich hab da noch was von der 5011." Irgendwann kam dann von mir zurück: "Lasst mich bloß mit diesem Sch... Objekt in Ruhe!"
Um die Spannung noch etwas zu erhalten, erfahren Sie erst in meinem nächsten Beitrag, was sich hinter dem Objekt 5011 verbirgt.
Für heute mit freundlichen Grüßen, Jürgen Freitag
01.02.2009 - Wir freuen wir uns über ein neues und wertvolles Mitglied im Team!
Als Leiter der Dokumentation ist Jürgen Freitag nun offiziell beim Bunker 5001 Team dabei. Mit ihm haben wir den ehemaligen stellvertretenden Bauwerkskommandanten für techniche Aufgaben mit an Board. Wenn kompetent über die Materie berichtet werden soll, und das ist ja unser Ziel, dann ist er der richtige Mann!
01.01.2009 - Ein neues Jahr beginnt
Ab sofort beschäftigen wir uns mit der Ausarbeitung der Dokumentation. Eine Menge Arbeit kommt auf uns zu. Da Vieles im Hintergrund passiert und es einige Zeit braucht, bis es hier sichtbar wird, berichten wir hier ab und an über den aktuellen Stand der Arbeiten. Auf geht's...
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