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Hannes Hensel - Die treibende Kraft

Rückkehr von Aufnahmen in der Drainage

Initiator und Leiter des "Projekts 5001"

Durch seine langjährigen Erfahrungen in der Panoramafotografie und Softwareentwicklung wurde die Dokumentation des Bunkers 17/5001 in dieser Form überhaupt erst möglich. Mittlerweile verlagert sich sein Schwerpunkt mehr und mehr auf die tatsächliche Nutzung des Bunkers und des Objekts 17/5001.

Nach den Anfängen der Sicherungsmaßnahmen des Bunkers 17/5001, entstand die Idee der Dokumentation unter Zuhilfenahme der Panoramafotografie. Später kam noch die Digitalisierung vieler Originaldokumente, ein gemeinsames Buchprojekt mit Jürgen Freitag und weitere Aufgaben hinzu.

Aktuell stehen die Bemühungen um den Erhalt und die Nutzung des Bunker und des zugehörigen historischen Geländes im Vordergrund. Zusammen mit den schon genannten Arbeiten, enwickelt sich das "Projekt 5001" mehr und mehr zu einem Vollzeit-Job.

Eckdaten

Spitzname: Fugazi
Beruf: Software Entwickler
Arbeitet als: Selbstständig
Aufgaben: Organisation, Planung, Koordination, Öffentlichkeitsarbeit, Fotografieren, Elektroarbeiten, Webdesign, Webinhalte

Zeitaufwand

Wieder nahezu Vollzeit seit Mitte 2013
Nach dem Verschluß 2008 quasi halbtags
Ab 2006 ca. 3 Tage pro Woche für die Dokumentation
Seit 2005 viele nächtliche Polizeiaktionen gegen Einbrecher und Schrottdieb
Ende 2002 zum ersten Mal in Kontakt mit "der 5001"

Teaminfo (nur intern)

Geboren: 06.01.1971 , in Berlin

An dieser Stelle meinen Dank für all eure Hilfe! Bei Fragen oder Problemen, bitte einfach anrufen.

Zusatzinformationen

Hier gibt es noch einen Auzug aus seinem Vorwort im Buch "Honeckers geheimer Bunker 5001", in welchem er seinen Werdegang aus persönlicher Sicht darstellt:

Erste Gehversuche

»Hannes, Essen ist fertig!«, schallte es durch den Garten. Aber ich war nicht da. Ich war, wie so oft, auf Erkundungstour in der Nachbarschaft. Diesmal ging es wieder zum Bunker am alten Haus. Eigentlich wäre es vom Garten unseres 60er Jahre Baus in West-Berlin, in dem wir eine Eigentumswohnung hatten, nur ein paar Meter zum Garten des benachbarten Grundstücks gewesen, aber es gab einen Zaun zwischen beiden Grundstücken. Also musste ich mit meinen 9 Jahren auf die Straße und quasi einmal um den Block herum gehen, um von hinten an besagtes Grundstück zu gelangen. Ein paar hundert Meter nur, aber mir kam es damals wie ein großer Ausflug vor.

Das alte Haus hatte eine magische Anziehungskraft. Es sah ein wenig aus, wie das Bates Motel in Hitchcocks Film »Psycho«, auch wenn es statt auf einem einsamen Hügel in einem flachen verwilderten Garten stand. Gruselig war es auch. Die Türen lebten! Manchmal waren sie abgeschlossen, manchmal standen sie offen. Je nachdem wie die Stimmung des Hauses war (bzw. ob der vergessliche Besitzer nach der letzen Begehung abgeschlossen hatte). Ich kannte den Geruch, die schöne verfallene Treppe in den ersten Stock, den Balkon dort und natürlich alle anderen Räume im Detail.

Das Haus und der Garten war für mich einer meiner Lieblingsspielplätze. Und irgendwann habe ich dann den Bunker entdeckt. Der Zugang mitten in hohem Gestrüpp, von außen nicht zu sehen. Dunkel. Kalt. Furchteinflößend. Und anziehend. Aber ich hatte ernsthaft Angst! Was könnte dort unten sein? Einer der Geister aus meinen Albträumen? Oder Schlimmeres? Aber er ließ mich nicht los - nach und nach traute ich mich im Licht meiner Taschenlampe tiefer in den Bunker hinein, bevor ich schnell wieder hinaus lief. Und irgendwann hatte ich ihn erobert und auch keine Angst mehr. Na ja, nur noch ein Bisschen.

So fing es an. Meine Vorliebe für verlassene Orte wurde mir wohl in die Wiege gelegt. Seit damals habe ich unzählige Wanderungen auf verlassenen S-Bahn Gleisen, verlassen Militärgeländen und zu vergessenen Gebäuden unternommen. Anfangs meist allein, später lange Zeit mit meinem Freund Uwe.

Als die Wende kam, war ich 18 Jahre alt. Ich hatte nicht viel am Hut mit Politik und eigentlich keine Ahnung was ein »Kalter Krieg« sein könnte. Wir hatten das mal in der Schule, aber für die Theorie interessierte ich mich nicht. Ich kannte die Mauer von der Westseite und den Geruch nach Braunkohle beim Besuch der Ost-Verwandtschaft. Das war's.

Nach dem Mauerfall war ich auf gewisse Weise aber mittendrin, in den Nachwehen des Kalten Krieges. Uwe und ich hatten uns auf die Erforschung russischer Militärgelände spezialisiert. Die Russen waren meist noch da. Teilweise haben wir uns auf Geländen rumgedrückt, auf denen noch fleißig gearbeitet wurde. Begegnungen haben wir vermieden, da wir nicht wussten, wie die Reaktion ausgesehen hätte. Aber ab und zu passierte es natürlich doch und wir wurden meist freundlich aber bestimmt weggeschickt. Aber auch das Durchladen einer AK-74 habe ich noch im Ohr - da gingen wir dann freiwillig etwas schneller und geduckter als sonst. Irgendwann trafen wir in Wünsdorf auf Sanja, etwas später auf Igor. Aus diesem Treffen entwickelte sich eine Freundschaft zwischen Igor und Uwe, die bis zum Abzug der sowjetischen Streitkräfte 1994 hielt.

Wir haben viel erlebt und leider in der ersten Zeit kaum Fotos gemacht. Es war, als würde es immer so bleiben - aber nun ist das Meiste schon lange vergangen. Damals habe ich (zu spät) meine erste analoge Kamera gekauft, als wir kurz nach dem Abzug der Russen die Bunker »Zeppelin« und »Maybach« besuchten. Die Vorarbeit war schwierig, aber schlussendlich haben wir beide Anlagen gesehen und fotografiert.

Einige Jahre später kaufte ich dann meine erste Digitalkamera. Ab da machte ich deutlich mehr Fotos (sie kosteten ja nichts mehr) und beschäftigte mich mehr und mehr mit der Fotografie verlassener Orte. Und ich hatte ein Problem: Ich wollte das gesamte Umfeld fotografieren, was aber nicht funktionierte. Ich benutzte immer kürzere Brennweiten und bekam immer mehr aufs Bild, aber es reichte nicht und man erkannte natürlich auch nichts mehr, da die Auflösung begrenzt war. Ich wollte die Orte an denen ich war, die ich teilweise liebgewonnen hatte, festhalten, aber es gelang nicht wirklich.

Dann fand ich im Internet zum ersten Mal ein vollsphärisches Panorama. Jemand hatte im Wald ein 360 mal 180 Grad Panorama fotografiert und man konnte es sich mit dem QuickTime®-Player anschauen. Unglaublich! Ich war in dem Wald! Ich konnte mich frei drehen und überall hin schauen. Und ich konnte hinein zoomen und die Details erkunden. Wow! Das wollte ich auch können. Es hat ein wenig gedauert, aber ich konnte es bald, und auch immer besser. Mittlerweile ist die Panoramafotografie zur »Berufung« geworden und ich kann davon leben.

Aber noch etwas ist mittlerweile zur Berufung geworden: Ein Bunker bei Prenden. Das technisch aufwendigste Schutzbauwerk im Warschauer Pakt, außerhalb der Sowjetunion. Projektierungsnummer 17/5001, Spitzname »Honeckerbunker« für mich und Kollegen immer »Die 5001«. Kurz nachdem der Bunker Mitte 2002 illegal geöffnet worden war, begann sich der BBN e.V. (in dem ich Mitglied war und bin) auf meine Anregung hin intensiver um das Bauwerk zu kümmern. So ist im Laufe der Jahre neben der Sicherung des Bauwerks auch die Dokumentation mit Hilfe der Panorama-Technik und die Öffnung für Besucher Ende 2008 durch mich und Andere geschehen. An dieser Stelle danke ich besonders Thomas Bergmann, ohne dessen Mitwirken das Projekt der Panoramafotografie im Bunker und die Begehungen Ende 2008 nicht möglich gewesen wären, und Ramona Benzel, die oft mit dabei war und geduldig an den unmöglichsten Stellen für Licht gesorgt hat und auch während den Begehungen immer hilfreich zur Seite stand.

Was die Zukunft bringt

Oft wurden wir gefragt, warum wir denn den Bunker zu machen. Gemeint ist, warum wir den Verschluss, der 2002 geknackt wurde, nach dem Ende der Begehungen massiv wieder hergestellt haben. Nun, zu dieser Zeit war es die bestmögliche Lösung. Wir hätten den Bunker auch lieber offen und begehbar gelassen - leider ist das nicht so einfach, wie man es sich vorstellt oder wünscht. Aber ich liebe Herausforderungen und habe mich in den Bunker verguckt. So, wie viele Andere, die nie gedacht hätten, dass man ein solches Bauwerk »lieb gewinnen« kann. Aber man kann. Und wir lassen den Bunker nicht »im Stich«. Wenn das bedeutet, dass wir ihn verschließen müssen, weil er sonst mehr und mehr zerstört wird, dann machen wir das. Aber wenn es einen besseren Weg gibt, auch wenn es lange dauert und Mühe kostet ihn zu finden, dann gehen wir ihn. Versprochen!

Hannes Hensel, Berlin im Dezember 2009

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