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WebID 801 - Grundrisse Arbeitsbereiche

Grundrisse Arbeitsbereiche

Auf den farbig hinterlegten Grundrissen (Bild 1 - 3) der drei Geschosse des Schutzbauwerkes (SBW) ist die Unterbringung der Arbeitsbereiche erkennbar. Im nachfolgenden Text sind die Aufgaben der einzelnen Bereiche und die konkrete Verwendung der Räume beschrieben.

Arbeitsbereich I und II

In der Direktive des Nationalen Verteidigungsrates war die Belegung der HFüSt vom Grundsatz geregelt. Hier war festgelegt das der Generalsekretär des ZK der SED und Vorsitzende des Nationalen Verteidigungsrates aus der HFüSt, die operative Gesamtführung des Landes entsprechend „Den Grundsätzen für die Führung der DDR im Verteidigungszustand“, verwirklicht. Der Vorsitzende sollte nach Beziehen der HFüSt ständig vor Ort sein. Für diesen Zweck, waren die als Arbeitsbereich I bezeichneten Räume vorgesehen.

Arbeitsbereich I

  • A 110 persönlicher Arbeitsraum
  • A 109 Aufenthalts- und Ruheraum
  • A 111 Vorzimmer
  • A 117 Beratungsraum
  • A 218 Informations- und Lagezentrum. Dieser Bereich wird zwar den Arbeitsräumen des Vorsitzenden des NVR zugeschlagen, ist aber von der Nutzung für alle Mitglieder des NVR bzw. des Politbüros vorgesehen.
  • S 104-106 Sanitärräume
  • K 115 Speiseraum
  • A 112 Fernschreibraum (Dieser Raum war in den Unterlagen nicht dem Arbeitsbereich1 zugeordnet. Diese Fernschreibstelle war aber speziell für die Nutzung durch den Vorsitzenden des NVR vorgesehen. Deshalb war sie auch unmittelbar neben der Raumgruppe A109-111 angeordnet. Für diesen Nutzer waren zwei Fernschreibmaschinen aufgestellt und damit hätte der Dialogbetrieb mit einer entsprechenden Gegenstelle aufgebaut werden können.)

Die weiteren Festlegungen beziehen sich auf eine ständige und zeitweise Anwesenheit von Mitgliedern des Politbüros und des NVR in der Hauptführungsstelle. Es sind auch einige Räume für solche Funktionsträger vorgesehen, die ihre Haupt-aufgabe auf einer anderen Führungsstelle erfüllen. Die Räume für diesen Personenkreis sind im Arbeitsbereich II zusammengefasst. Diese Räume sind wie folgt angeordnet.

Arbeitsbereich II

1. Untergeschoss Mitglieder des NVR und des Politbüros

  • 9 ständig belegte Arbeitsräume A101, A104, A106, A108, A116, A120, A128, A130, A133. Diese Räume sind als kombinierte Arbeits- und Ruheräume ausgeführt. Als Ruhemöglichkeit war ein Schrankklappbett vorhanden.
  • 9 ständig belegte Vorzimmer A102, A103, A105, A107, A115, A121, A129, A131, A332.
  • 3 zeitweilig belegte Arbeitsräume A123, A124 (ohne Ruhemöglichkeit) A126 (mit Ruhemöglichkeit).
  • 3 zeitweilig belegte VorzimmerA122, A123, A127
  • 2 Speiseräume K113 und K119, in unterschiedlichen Kategorien standen für diesen Bereich zur Verfügung.
  • Medizinische Betreuung in den Räumen M101- M103, mit 3 Betten.
  • Im Sanitärbereich standen die Räume S103 Bad, S102 Toilette männliche Benutzer, S109 Bad, S108 Toilette weibliche Benutzer zur Verfügung.
  • 1 gemeinsamer Ruheraum A119 mit 8 Ruheplätzen

2. Untergeschoss Mitglieder des Politbüros

  • 1 zeitweilige Arbeitszimmer A201,
  • 1 Vorzimmer A202
  • 1 zur Sitzung genutzte Arbeitsräume A205
  • 2 zur Sitzung genutzte Vorzimmer A204, A206
  • 5 zur Sitzung genutzte Aufenthaltsräume A203, A207, A208, A209, A210

Ausgehend von den Nutzungsräumen, speziell im 2. UG und den Festlegungen in der Direktive des NVR „über die Organisation der Tätigkeit auf der Hauptführungsstelle der Partei- und Staatsführung“ von 1982 ist anzunehmen, dass von einer größeren Besuchstätigkeit ausgegangen wurde. Das wird auch durch die Zielstellung täglicher Lagebesprechung zu komplexen Themen, deren Teilnehmerkreis vom Vorsitzenden des NVR festgelegt wurde, bekräftigt. Diese Vorgehensweise hätte aber den Grundsätzen der Tarnkonzeption entgegengewirkt. Denn man kann davon ausgehen, dass diese Besuche mit Hubschrauber Flugverkehr und erhöhter Fahrzeugbewegung verbunden gewesen wären. Das hätte selbstverständlich die Aufmerksamkeit der gegnerischen Aufklärung erregt. Von der Sache her wäre eine persönliche Anwesenheit nicht unbedingt erforderlich gewesen, denn es waren entsprechende Nachrichtenverbindungen vorhanden, die auch eine Konferenzschaltung ermöglicht hätten. Generell wären solche Verfahrensweisen auch nur bis zum Beginn aktiver Kampfhandlungen sinnvoll gewesen. Nach einem Kernwaffeneinsatz wären solche Besuche unter dem Gesichtspunkt der Schleusenbenutzung zwar grundsätzlich möglich, aber nicht unbegrenzt realisierbar gewesen.

Arbeitsbereich III

Zur Sicherstellung der Arbeit des NVR, insbesondere zur Aufbereitung und Erarbeitung der Lagedokumente waren die sogenannten Arbeitsorgane im Bauwerk untergebracht. Diese wurden in den Dokumenten als Arbeitsstaffel bzw. Operative Gruppen bezeichnet.

Die Verlegung der Arbeitsorgane in die HFÜST erfolgte mit der Auslösung der Stufe Gefechts-/ Einsatzbereitschaft bei Kriegsgefahr bzw. auf Weisung des Vorsitzenden des NVR. Auf der Grundlage seiner Weisung hätte die Führungstätigkeit aus der HFÜST begonnen. Nach der Arbeitsaufnahme wären die Arbeitsorgane ständig vor Ort geblieben. Im TO 03 waren oberirdische Arbeitsräume vorbereitet. Hier hätten sie schon in der Anfangsphase einer möglichen militärischen Eskalation, die Tätigkeit aufnehmen können. Bei Notwendigkeit wäre eine Verlegung ins Schutzbauwerk (SBW) erfolgt.

Unterbringung im Bauwerk und Aufgaben

Die Arbeitsorgane waren wie folgt organisiert.

1. Eine operative Gruppe von Mitarbeitern des Zentralkomitees der SED mit einer Arbeitsgruppe des Büros des Politbüros. In der Besetzung mit 12 politischen Mitarbeitern und 3 technischen Kräften. Die Arbeitsräume befanden sich im Tragwerk (TW) 5 in den Räumen A 211 – 215, als Ruheraum war P 224 festgelegt.

Hauptaufgaben:

  • Vorbereitung von Beschlüssen des Politbüros und von Weisungen des Ersten Sekretärs des Zentralkomitees der SED sowie Vorbereitung von Maßnahmen für deren Durchsetzung
  • Gewährleistung einer engen Verbindung und ständigen gegenseitigen Information mit dem Parteiapparat und den auf der Hauptführungsstelle tätigen operativen Organen
  • Ständige Kenntnis und Einschätzung der politischen Lage auf dem Territorium der DDR
  • Technische und organisatorische Sicherstellung der Arbeit des Politbüros

2. Die Arbeitsstaffel des Ministeriums für Nationale Verteidigung, in einer Besetzung von 10 Offizieren und 3 technischen Kräften. Die Arbeitsräume befanden sich im TW 1 in den Räumen 301 – 304, 309 und 318, als Ruheraum waren die gemeinsam genutzten Räume A 307, A 310 und A 317 festgelegt.

Hauptaufgaben:

  • Aufrechterhaltung einer ständigen Verbindung mit der Hauptführungsstelle des Ministers für Nationale Verteidigung und den anderen auf der Hauptführunsstelle der Partei- und Staatsführung tätigen politischen und operativen Gruppen
  • Entgegennahme, Auswertung und Aufbereitung von Meldungen und Informationen über die Lage in den Bereichen der Landesverteidigung und in den Bezirken sowie Führen der Gesamtlage
  • Teilnahme an der Erarbeitung von Lageinformationen sowie an der Vorbereitung von Lageeinschätzungen für den Nationalen Verteidigungsrat
  • Vorbereitung und Übermittlung der Aufgabenstellungen des Vorsitzenden des Nationalen Verteidigungsrates an die Vorsitzenden der Bezirkseinsatzleitungen
  • Führen der Berichts und Auskunftsdokumente auf militärischen Gebiet für den Nationalen Verteidigungsrat
  • Sicherstellung der Führungstätigkeit des Ministers für Nationale Verteidigung auf der Hauptführungsstelle der Partei und Staatsführung

3. Die operative Gruppe des Ministerrates der DDR, in einer Besetzung von 7 politischen Mitarbeitern und drei technischen Kräften. Die Arbeitsräume befanden sich im TW 1 in den Räumen 311 – 314, als Ruheraum waren die gemeinsam genutzten Räume A 307, A 310 und A 317 festgelegt.

4. Die operative Gruppe des Ministeriums für Staatssicherheit, in einer Besetzung von 3 Offizieren und einer technischen Kraft. Die Arbeitsräume befanden sich im TW 1 in den Räumen 322 – 324, als Ruheraum waren die gemeinsam genutzten Räume A 307, A 310 und A 317 festgelegt.

5. Die operative Gruppe des Ministeriums des Innern, in einer Besetzung von 3 Offizieren und einer technischen Kraft. Die Arbeitsräume befanden sich im TW 7 in den Räumen A 221 – 223, als Ruheraum war P 224 festgelegt.

Die Hautaufgaben der operativen Gruppen Ministerrat, Ministerium für Staatssicherheit und Ministerium des Innern sind wie folgt festgelegt:

  • Herstellung und Aufrechterhaltung einer ständigen Verbindung und Gewährleistung der gegenseitigen Information mit ihren Führungsstellen, untereinander und den anderen auf der Hauptführungsstelle tätigen poitischen und operativen Organen
  • Entgegennahme, Bearbeitung und Aufbereitung von Meldungen und Informationen über die Lage in ihren Bereichen und Führen dieser Lage
  • Mitarbeit bei der Vorbereitung von Lageinformationen und Lageeinschätzungen für den Nationalen Verteidigungsrat
  • Sicherstellung der Führungstätigkeit
    1. des Vorsitzenden des Ministerrates
    2. des Ministers für Staatssicherheit
    3. des Ministers des Innern und Chef der Deutschen Volkspolizei
    auf der Hauptführungsstelle

Die Organisation der Zusammenarbeit zwischen den auf der Hauptführungsstelle tätigen operativen Organen bei der Erfüllung gemeinsamer Aufgaben für die Partei und Staatsführung oblag dem Leiter der Arbeitsstaffel des Ministeriums für Nationale Verteidigung.

Sonderräume

Neben diesen, jeder operativen Gruppe direkt zugewiesenen Arbeitsräumen, gab es gemeinsam genutzte Räume.

  • Die VS Stellen in den Räumen A 315/316 im TW 1.
  • Der Abonnentenpunkt 4 (AP 4) Raum A 305 im TW 1.
  • Die Vorbereitungsräume des Lage-Informationszentrums A 216 und A 220 im TW 4.

Gemeinsam genutzte Einrichtungen

  • Behandlungsräume Medizincontainer im TW 6
  • Speiseraum K 116
  • Sanitärräume S 201-S 205

Dokumente

Bild 1: Grundriss 1.UG
Bild 2: Grundriss 2.UG
Bild 3: Grundriss 3.UG

Quelle: Archiv Bunker 5001 e.V.

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