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WebID 309 - TO 106

TO 106

Dieser etwas abseits gelegene Gebäudekomplex wurde im umgangssprachlichen Gebrauch als Teilobjekt 106 (TO 106) bezeichnetet und bestand aus fünf Einzelobjekten.

  • TO 106.1 Doppelter FB 75 mit 2 Mannschaftsteilen
  • TO 106.2 Doppelter FB 75 mit 2 Mannschaftsteilen
  • TO 106.3 Antennenmast
  • TO 106.4 Sanitärgebäude
  • TO 122 MB 3 mit Überbauung

Dieser Komplex diente zur Unterbringung mobiler Troposphärenempfangstechnik einschließlich der dazugehörigen Bedienungsmannschaften und sollte im Einsatzfall durch Nachrichteneinheiten des KGB besetzt werden. Für die Empfangsantennen war der Gittermast (TO 106.3) vorgesehen. Zur Legendierung wurde dieser Mast als Feuerwachturm bezeichnet.

Die mobile Troposphärensendetechnik wäre im Einsatzfall auf dem Objekt 17/5021 stationiert und ebenfalls durch Nachrichteneinheiten des KGB besetzt worden. (WebID 308)

Diese Art der Nachrichtenverbindung sollte die Kommunikation auf der höchsten politischen Führungsebene (Generalsekretär zu Generalsekretär) gewährleisten und wurde durch die höchste Verschlüsselungsebene gesichert.

Die Teilobjekte 106 befinden sich ca. 600 m nördlich des TO 01 auf dem Vorhaben 17/5001 außerhalb der P-Zone. Erreichbar waren diese Teilobjekte waren über eine gesonderte Zufahrt, den sogenannten „Schwarzen Weg“.

TO 106.1 und 106.2

Bei diesen beiden Teilobjekten handelt sich um je zwei doppelte Fertigteilbunker vom Typ FB 75 mit einem monolithischen Mannschaftsteil.

Sie bestehen aus drei Bauteilen

  • Monolithisches Bauwerk
  • Garagenbauwerk
  • Toreinfahrt

und sind auf einer Bodenplatte aus 450 mm starken bewehrtem Beton errichtet. Diese Bodenplatte für jeden FB 75 hat eine Breite von 7050 mm und eine Länge von 30600 mm. Der Raum zwischen den beiden FB 75 beträgt 1200 mm.

Das Monolithische Bauwerk besteht aus einem Unter- und einem Obergeschoß in Ortbeton aus B 300 mit 300 mm starken Wänden, wobei die Abschlussdecke eine Stärke von 450 mm hat. Das Innenmaß dieses Teiles beträgt 6450 x 2400 mm.

Im Gesamtbauwerk sind 7 Räume vorhanden.

  • 01 Kfz. Garage - Garagenbauwerk mit Toreinfahrt
  • 02 Aufenthaltsraum - Monolithisches Bauwerk
  • 03 Ventilatorraum - Monolithisches Bauwerk
  • 04 Aufenthaltsraum - Monolithisches Bauwerk
  • 05 Notausstieg - Monolithisches Bauwerk
  • 06 Kiesdruckwellendämpfer - Monolithisches Bauwerk
  • 07 Schlackefilter - Monolithisches Bauwerk

Die Aufenthaltsräume (02, unten und 04, oben, sind durch einen Durchstieg miteinander verbunden. Der Zugang vom Raum 01 zum Raum 02 erfolgt über eine hermetische Tür, ebenso der Zugang zum Raum 03. Der Zugang vom Raum 04 zum Raum 05 erfolgt über eine hermetische Druckluke.

Garagenbauwerk

Für die Bogenelemente des Garagenbauwerkes (Rastermaß 750 mm) sind in der Bodenplatte Hülsen vorgesehen. Jedes Garagenteil besteht aus 72 (2x36) Elementen. Die gegenüberliegenden Elemente werden durch Montagebolzen verbunden. An drei Stellen je Element wird eine Längsverspannung montiert. Jeder dieser FB 75 hat sechs Durchführungen für Antennenkabel (Elemente BE 1.10, 1.11, 1.12, 1.17, 1.18).

Toreinfahrt

Die Toreinfahrt besteht aus der Torgiebelmauer, den Ortbetonflügelwänden und Winkelstützwandelementen. In der Giebelwand sind drei Rohrdurchführungen für die Überdruckventile. Die Torgiebelmauer in der Stärke von 600 mm ist mittig geteilt. Jeweils an den der äußeren Seite ist eine monolithische Ortbetonflügelwand angeschlossen. An diese schließen sich die Stützwandelemente an. Jeder Fertigteilbunker verfügt über ein zweiflügeliges Tor in den Abmessungen 3570 x 3570 mm. Der Hersteller dieser Tore war der Schachtbau Nordhausen. Diese Tore werden mit Hand geöffnet und geschlossen und hydraulisch verriegelt.

TO 106.3

Beim TO 106.3 handelte es sich um einen 24 m hohen Antennenmast (Stahlgitterturm KST 24 aus korrosionsträgem Stahl, Typ SB 24 m, schwere Reihe). Vom Standort war er hinter dem monolithischen Teil des TO 106.2 angeordnet (wurde nach 1990 demontiert). An diesem Mast sollten in 22 m Höhe zwei Parabolantennen von 1,5 m Durchmesser, mit Schwenk und Neigekopf zum Einsatz kommen. Die Montage der Antennen wären erst im Einsatzfall erfolgt.

Dieser Mast war als Feuerwachturm legendiert.

TO 106.4

Das TO 106.4 war ein Sanitärgebäude für die Bedienungsmannschaften der mobilen Funktechnik. Das Gebäude ist ein Flachbau aus Ziegelmauerwerk und besteht aus vier Räumen. Einem Vorraum, einem WC-Raum, einem Waschraum mit Duschen und einem Aufenthaltsraum.

TO 122

Das TO 122 war ein monolithisches Schutzbauwerk (Schutzklasse E; geschütztes Kellergeschoß - Schutzkern) mit Operativ- und Technik-Teil. Das Schutzbauwerk erfüllte folgende Anforderungen des komplexen Schutzes:

  • Schutz vor der Luftstoß- und Erddruckwelle bei Kernwaffendetonationen
  • Splitter- und Trümmerschutz
  • Schutz vor Kernstrahlung sowie B- und C-Waffenwirkungen
  • Brandschutz

Über dem Schutzbauwerk befand sich eine eingeschossige Überbauung (Erdgeschoß). Dieses Gebäude konnte ausgehend von der militärischen Lage benutzt werden.

Das TO 122 sollte von den Nachrichteneinheiten des KGB als Führungsobjekt und zur Aufbereitung der empfangenen Nachrichten genutzt werden. Von hier aus wäre die Weiterleitung in die HFüSt erfolgt.

Das TO 122 befindet sich ca. 35 m in NW Richtung neben dem TO 106.1.

In den beigefügten Projektunterlagen können Unterlagen zu den TO 106 sowie dem TO 122 und deren Anordnung im Gelände eingesehen werden.

Dokumente

Bild 1: Mappe 417/001/002 Zeichnung 12 TO 106.1 FB 75 Doppelanordnung
Bild 2: Mappe 417/001/002 Zeichnung 15 TO 106.2 FB 75 Grundriss, Schnitt
Bild 3: Mappe 417/005/002 Zeichnung 4.4.14.1.A Grundriss Lufttechnische Anlagen
Bild 4: Mappe 427/003 Zeichnung 1.1.5.4 Ansichten (Überbauung TO 122)
Bild 5: Mappe 424/002 Zeichnung Teillageplan
Bild 6: Mappe 424/002 Zeichnung Grundriss Kellergeschoß TO 122
Bild 7: Mappe 424/002 Zeichnung 1.1.5.30 Ausstattungsplan TO 122

Quelle: Archiv Bunker 5001 e.V.

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